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All shall be equal – #2

„Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, dann warst du nicht nah genug dran“ …

Sightseeing auf Robben Island

…diese klugen Worte von Robert Capa gelten sinngemäß auch für meine Reisen: Geh nah ran,  suche nach dem Wesen, erspüre die Stimmung eines Landes, einer Stadt, einer Szene. Höre hin, wenn geredet und gesungen wird.  Hänge den Schwingungen nach! Lasse dir Zeit dabei, suche Begegnungen und sprich mit den Menschen.

Am südlichen Zipfel  Afrikas atmet die Welt noch immer Apartheid. Das verwundert nicht, hat sich das Land doch erst 1994 von diesem menschenverachtenden Regime befreit. Die Narben sind nahezu überall  zu sehen. Geht man näher ran, ist spürbar, wie tief die Wunden in der Gesellschaft klaffen. Ich frage mich, wie es sich hier leben ließ in Zeiten der Trennung von Schwarz und Weiß, in Zeiten der Diskriminierung von Minderheiten. Und ich bin dann andererseits doch erstaunt, wie offen diese Gesellschaft ist – nur eine Generation nach der Apartheid. 

Frühsport am Strand von Muizenberg

Was mich erstaunt: Die Offenheit, die Lebenslust. Und diese Farben, diese Vielfalt. 

Was mich trifft: Die Armut, das Elend. Das Leid durch die Apartheid, deren Folgen bis heute reichen. Aber wie könnte es auch anders sein?  

Warten an der Waterfront

Ich lasse mich treiben durch die Straßen der Stadt und über die Plätze, schaue in die Gesichter der Menschen. Nelson Mandela hier, Nelson Mandela dort. Mandela ist omnipräsent. Und ich kann mich der Wirkung dieses Mannes auch Jahre nach seinem Tod selbst als Tourist nicht entziehen.

Ich bin von morgens früh bis zum  Einbruch der Dunkelheit unterwegs. Meine Füße erzählen mir abends von ihren langen Tagen. Das mäandern setzt sich hier fort. Doch es tut mir gut. Es weitet den Blick.   

spazieren am Kap

Am Kap wechselt das Licht, die Sonne spielt mit den Wolken. Die Lichtsituationen sind atemberaubend zwischen den Meeren. Man möchte weinen, so schön ist es hier…. wenn man sich diesen Ort nicht mit Heerscharen von Menschen teilen würde, die so gar nicht nah dran sind, sondern vor allem die Nähe zu sich selbst suchen: „Seht her, ich bin hier“… Hit me with your selfiestick!  (in Anlehnung an den Song von Ian Dury  ) . 

Schauen auf DEN BERG
Fotos machen am Kap
Fotos machen am Kap 2

… to be continued 

10 Kommentare

  1. Lieber Werner, ein sehr einfühlsamer Reisebericht. Möchtest du ihn vielleicht auch auf dem Seelegrafieren-Fotoblog als Gastbeitrag veröffentlichen? Fragt mit lieben Grüßen! Regina

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Liebe Regina,

      ja, warum nicht. Sehr gerne. Was muss ich tun?
      Lg,
      Werner

      • Fein. Das wäre eine schöne Ergänzung …
        Dazu bräuchte ich Text und Bilder (obere Kante mind. 1280px), am besten per E-Mail. Und zusätzlich ein Portraitfoto von dir, kurze Beschreibung deiner Person bzw. dein Zugang zur Fotografie sowie Logo und die Links zu den Kanälen, die du beim Artikel gerne verlinkt haben möchtest (Webseite, Social Media). Ich pflege dann alles ein. 🙂

  2. Lieber Werner,
    danke für diesen wunderbaren „Reisebericht“ (der Begriff passt nicht so richtig, aber mir fällt gerade nichts Passenderes ein). Deine Worte und die bewegenden Bilder haben mich sehr berührt – ich träume schon seit meiner Kindheit davon, Afrika zu besuchen und fühle mich sehr verbunden, obwohl ich noch nie dort war. Ob sich mein Traum jemals erfüllen wird, diesen beeindruckenden Kontinent kennenzulernen (und jetzt kommen mir doch die Tränen)?
    Ich wünsche dir noch viele schöne Momente und freue mich auf weitere Fotos.
    Liebe Grüße,
    Netty

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Vielen Dank für deine lieben Worte, Netty. –
      Und klar: Du wirst irgendwann in Afrika sein. Da bin ich sicher. Auch mein Entschluss war nicht lange geplant, sondern spontan.
      Lg,
      Werner

  3. Moin Werner,
    es ist immer gut, wenn man erst einmal ohne große Erwartungen sich auf etwas neues einläßt. Es hängt immer vom Gemüt und der Aufmerksamkeit des Einzelnen ab, inwieweit er die Eindrücke auch auf sich wirken läßt. Dann kommt die Nähe, von der Capa sprach, von ganz alleine 😉
    Deine Fotos zeigen dies. Und natürlich auch wieder deine Worte. Die Vergangenheit kann/soll man nicht ignorieren. Die wird noch weitere Generationen dort beschäftigen. Wie bei uns eben auch. Hoffen wir das beste für die Menschen dort.
    LG kiki

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Ja, da hast du wohl Recht…. Reisen heißt auch immer lernen. So ist das auf jeden Fall bei mir. Immer wieder spannend.
      Lg,
      Werner

  4. Da kommt viel rüber bei deinen Fotos… ….warst auf jeden Fall nah genug dran!
    LG, Markus

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