Zum Inhalt springen

Einsichten in einer Schnellreinigung

 Grundreinigung 

Letzte Woche habe ich meine Bettwäsche in die Reinigung gebracht. Es war mal wieder an der Zeit. Außerdem stand auch letzte Woche schon der Frühling vor der Tür (nein, ich weiß auch nicht, warum er so lange da draußen gewartet hat).  Und ich dachte mir: Okay, Frühling…. da kann man mal die Bettwäsche in die Reinigung bringen.

So betrat ich dann die winzige Wäscherei (bei zwei Kunden gleichzeitig müsste der Laden wahrscheinlich wegen Überfüllung geschlossen werden) und eine nette, sehr zuvorkommende junge Frau mit offensichtlichem Migrantenhintergrund schaute mich aus ihren großen dunklen Augen an.

„Das Kilo 5 Euro“, brachte sie zwar gebrochen, aber überaus höflich und zuvorkommend heraus, zeigte dabei auf meinen Wäscheberg (den ich aus meiner Plastiktüte auf die Theke gekippt hatte) und lächelte mich erwartungsvoll an.

Gut, dachte ich etwas verwundert. Wenn hier in Kilogramm abgerechnet wird, dann ist das wohl so. Und nachdem mich die junge Dame nach meinem Namen und meiner Adresse gefragt hatte und dann einen Abholschein erstellte, dachte ich so bei mir, dass meinem Kopf eine Grundreinigung wahrscheinlich auch mal guttun würde. Also, dem Inhalt des Kopfes, um es zu präzisieren. 5 Euro das Kilogramm scheint mir ein akzeptabler Preis zu sein. Zwar kenne ich mich auf dem Wäschereimarkt nicht so aus, aber ein Preis zwischen 7,50 bis 10 € (mehr als 1,5 – 2 kg bringt das Gehirn ja wohl nicht auf die Waage) für eine Gehirnwäsche, scheint mir angemessen.

Und: wer weiß wozu es gut ist?

Vielleicht ist diese Grundreinigung der Weg mit meinen Flausen im Kopf aufzuräumen? – Ohne es genau zu wissen, so ahne ich doch, dass dies der Wunsch einiger Menschen aus meinem Umfeld sein dürfte, die sich mit meiner mangelnden Ernsthaftigkeit immer mal wieder schwertun.

Ach ja und Strukturen sind auch so ein Thema.

„Du bist so fürchterlich unstrukturiert“ –  Ein Satz, der mir – jetzt wo ich darüber nachdenke – in den Ohren klingelt.

Ob da eine Grundreinigung hilft? Gerne würde ich die junge Frau danach fragen. Vielleicht hat sie ja Erfahrungen?  Doch so recht traue ich mich nicht. Wer weiß, ob sie mich überhaupt versteht und, wenn sie es tut, mich nicht für einen Idioten hält.

Und überhaupt: warum denke ich überhaupt über meine Flausen und Strukturen nach? Gibt es da nicht genug andere, die sich über eine Art Gehirnwäsche Gedanken machen sollten? Nach diesem Winter voller Montagsspaziergänger in Dresden und diesem Goebbels-Rezitator in Thüringen? – Um nur zwei Beispiele zu nennen?

Nee, ich glaube,  ich bleibe ich lieber ohne Reinigung, unstrukturiert und mit meinen Flausen im Kopf……

… und dabei höre ich gerne diesen Song… und groove. (mit einem Dank an Stefan)

6 Kommentare

  1. Ja bitte, bleib ohne Reinigung und behalte deine Flausen!!!
    Schöner Song.

    LG, Conny

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Meine Sorge gilt all jenen, die es ohne Flausen im Kopf aushalten… 🙂
      Lg,
      Werner

  2. HF HF

    „Du bist so fürchterlich unstrukturiert“ – viel schöner ist doch der folgende Satz: „„Du bist so wohltuend unstrukturiert“.

    In diesem Sinne – schöne Tage, Werner.
    LG, HF

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Danke, Hans. Ich bleibe wohltuend unstrukturiert:-)
      Lg,
      Werner

  3. Van Morrison verbindet. Dankeschön Werner, für die Erwähnung. Irgendjemand sagte mal treffend: wer Flausen im Kopf hat, federt damit seinen Denkapparat 🙂 Was das Denken betrifft, so halte ich es gern mit Paul Valéry: „Denken ist unablässiges Durchstreichen.“ Die Sorge um die anderen bleibt und wird es uns weiter beschäftigen. Behalte die Flausen und bleibe authentisch.
    LG,
    Stefan

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Nicht nur Van Morrison. – Musik insgesamt verbindet. Schon dein Beitrag über Bowie hat mich inspiriert.
      Danke noch mal dafür.
      Lg,
      Werner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: