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Grautöne

Wo sind die zarten Grautöne?

Das gilt (für mich) für die Fotografie. Aber nicht nur dort

Das gilt aber auch (für mich)  in der Artikulation von Meinung und in der Berichterstattung. Das Jahr hat laut polternd begonnen: Krieg, Terror, Katastrophen dominieren die Nachrichten. Eine Bewegung mit dem schrecklichen Wortkonstrukt PEGIDA (ähnlich sperrig wie Abkürzungsungetüme aus längst vergangen geglaubten tausend Jahren) sorgt für Diskussionsstoff allenthalben.

Was auffällt: Laut geht`s her. Meinungen werden wie eine Mauer in den Raum gestellt, meist absolut und simpel. Kaum reflektiert. Jeden Tag eine neue und andere Meinung aus den Onlineredaktionen der Gazetten: Ebenso laut und polternd wie die gestrige. Wieder ein neuer Pol.

Und was da so polarisierend auf Facebook und Co. – in Gruppen und unter „Freunden“ –  zum Besten gegeben wird, ist oft nur laut und schrill.

Haben wir das Differenzieren verlernt? Wo sind die zarten Grautöne? Die Zwischentöne? Wer hört dem anderen (noch) zu ohne ihn von seiner absoluten Meinung überzeugen zu wollen? Warum wird geschrien, wenn reden die „Waffe“ wäre?

Ich habe da erst einmal die Nase voll. Schnappe mir meinen besten Freund und meine Kamera und genieße die Natur, den Wind und den Regen. Ich mag leise Töne. Ich liebe das zarte Grau zwischen Schwarz und Weiß. Auch wenn die Bilder dieses Beitrags in Farbe sein müssen.

       

6 Comments

  1. Ja, da hast du recht, Werner. Ähnlich empfinde ich das auch und spüre deutlich, dass mir das zuviel wird und ich mich aus diesen Diskussionen meist heraushalte, was eigentlich gar nicht meine Art ist.
    Sehr schöne und friedliche Bilder!
    LG, Conny

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Ich sage mir auch gerade, dass „ein Weniger“ an Beteiligung an den Diskussionen, „ein Mehr“ an Lebensqualität bedeutet. Bin gespannt wohin die Reise so gehen wird in den nächsten Wochen.
      Lg,
      Werner

  2. Reden und Zuhören braucht Zeit und Argumente. Nachdenken ist gefragt. Das kann man in „sozialen Netzwerken“ nicht rüberbringen, wo man im Grunde genommen nur wahrgenommen wird, wenn man möglichst „laut“ daher kommt und nur auf Klicks aus ist. Ich kenne facebook & Co nicht, ich glaube auch nicht, daß ich diese Art „Freunde“ brauche. Aus der Deckung heraus und in der Horde brüllt es sich leichter, das hat schon immer gut funktioniert. Auch ohne Internet. Ich merke, daß viele Menschen in meiner Umgebung sehr angespannt sind, aufgrund verschiedener Lebenssituationen. Der Druck auf der Arbeit hat zugenommen, Leiharbeit und eine dadurch resultierende Geringschätzung der dargebrachten Leistung sorgen für Frust. Das Individuum Mensch wird reduziert auf Funktionalität und Anpassung. Diskussionen sind nicht mehr erwünscht. Das erzeugt Druck und so sucht man sich ein Ventil und prügelt auf die ein, die sich nicht mehr wehren können. Angst war schon immer ein gutes Mittel Leute zu beeinflussen, zu manipulieren und das machen sich einige zu Nutzen. PEGIDA ist da nur ein Beispiel von vielen. Die Gelassenheit ist bei vielen verloren gegangen, weil sie nicht mehr differenzieren wollen. Das ist zu anstrengend. Generell ist „Grautöne“ ein Thema, was man besser untereinander am Küchentisch diskutiert, das Internet kann hier nur eine Aufforderung dazu sein 😉
    LG kiki

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Ja, Kiki, du sprichst einiges an, was auch mich bewegt. Momentan nehme ich die Stimmung insgesamt als „laut“ und „schrill“ wahr. Auch außerhalb des Netzes. Vielen Dank für deine Gedanken 🙂
      Lg, Werner

  3. Langsam wünsche ich mir auch eine einsame Insel, allein um diesen Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Schrecklich womit man sind alltäglich beschäftigt auch wenn man es gar nicht will. Das zeigt aber das wir denken, leben und uns nicht alles egal ist was um uns passiert. Nur bleibt immer die gleiche Frage: was und wie können wir ändern? Antworten darauf gibt es natürlich auch sehr viele aber trotzdem sind Lösungen nicht in Sicht. Verrückte Welt!

    Liebe Grüße, Gerd

  4. HF HF

    Unsere Gesellschaft wird immer mehr zu einer Gesellschaft der Extreme – die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, in der Politik wird polarisiert, im Sport zählt nur der Erste, etc.. In solch einer Atmosphäre wird es schwer, differenziert miteinander umzugehen, zu diskutieren (und nicht nur recht haben zu wollen). In einer Gesellschaft der Extreme ist das Leben auch einfacher: man ist entweder auf der einen oder der anderen Seite und nicht im Bereich dazwischen, ein Bereich, der Interesse und kritische Auseinandersetzung mit den Sachverhalten verlangt, was bekanntlich ‚Arbeit‘ mit sich bringt. Sich für Schwarz oder Weiss zu entscheiden ist einfacher und geht schnell.
    Trotz allem – eine schöne Woche!
    HF

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