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Heimat ist ein Gefühl 6 – mit Sicherheit

Dieses Foto…

… ist im Oktober des vergangenen Jahres auf der Domplatte in Köln entstanden. Wer hätte damals gedacht, dass diese Perspektive nur drei Monate später bei einigen (vielen?) wahrscheinlich ein bedrückendes Gefühl auslöst?

Noch bis Ende des Jahres war dies ein Ort, den wir mit Köln, Kirche, Tourismus, Reisen, Karneval in Verbindung brachten. Je nach persönlichem Erlebnissen und Eindrücken. Und nun?

Die  Ereignisse in der Silvesternacht in Köln und ähnliche Geschehnisse (und die Berichterstattung darüber) prägen unsere Wahrnehmung und unsere Sicht auf Orte. Informationen und Wissen über ein Motiv führen unser Auge und unsere Kamera. Und wir portraitieren nicht nur eine Ansicht. Ein Foto ist stets  auch eine Interpretation. Wie sähe mein Foto dieses Platzes heute aus?

Aus vielerlei Gründen ist Köln und der Rhein eine Heimat für mich.  Heimat aber (und das wird mir angesichts der aktuellen Debatte immer klarer), hat für mich viel mit dem subjektiven Gefühl von Sicherheit zu tun: Heimat ist (auch) da, wo ich mich wohlfühlen kann. Das Wohlgefühl aber braucht ein Mindestmaß an Sicherheit. Und ich meine nicht das trügerische Gefühl von Sicherheit durch ein Mehr an Kameras, Sicherheitskräften und Gesetzen.

Ich meine ein Mehr an gesellschaftlicher Gelassenheit, gegenseitigem Respekt und  Anerkennung des augenscheinlich Fremden. Das gilt für alle, egal woher.

Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.

Johann Wolfgang von Goethe

 Überlassen wir die Deutung von Heimat nicht denjenigen, die sie so lautstark für sich reklamieren.

Ich bedauere selbst auf meinem Blog und meiner kleinen Serie „Heimat ist ein Gefühl“ zurzeit „so viel Poltik“ zu machen. Immer wieder wanke ich zwischen Schweigen auf der einen Seite und Kommentieren auf der anderen.Doch grundsätzlich möchte ich vor mir selbst nicht das Feld den Krakeelern und lautstarken Sprücheklopfern überlassen. Danke für Eurer Verständnis.    

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5 Comments

  1. Hallo Werner,
    gerade das Thema Heimat ist ein Thema, das Politik beinhaltet. Von dem her passt das auch, was du schreibst.
    Gerade die Art und Weise, wie du schreibst, lässt wenig Raum für Krakeeler – hier auf jeden Fall.
    Fazit:
    Von mir aus, solltest du nicht aufhören politische Gedanken oder vielleicht besser gesellschaftliche Themen zu behandeln.
    Ich mag deine Gedanken, denn sie wirken nicht so polemisch, wie so vieles was im Netz die Runde macht.

    Mir geht es gerade gar nicht gut mit der derzeitigen Situation. Unsere Jugendlichen mit Fluchterlebnissen (mit denen ich beruflich zu tun habe) passen so gar nicht in das Bild, das gerade auftaucht.
    Andererseits bin ich natürlich schockiert von den Ereignissen.
    Ich glaube, es gibt dabei kein Schwarz und kein Weiß. Wir können nur durch das Leben und Zeigen unserer Werte ein Umdenken bei unseren Gästen erwirken (die wir übrigens auch so wohlwollend wie Gäste behandeln sollten)
    Und wir sollten auf jeden Fall offen für Neues sein, denn der derzeitige Zuzug aus anderen Ländern kann für Deutschland (was sonst einfach nur überaltert und ausstirbt) ein wunderbare Chance – nein ein Geschenk – sein.

    Viele Grüße Jürgen

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Danke Jürgen für deine Gedanken.
      Lg, Werner

  2. HF HF

    @Werner: weiter so!

    @Jürgen: zwei Anmerkungen (die nicht falsch verstanden werden sollten):

    „die wir übrigens auch so wohlwollend wie Gäste behandeln sollten“ – die sich dann aber auch wie wohlwollende Gäste verhalten sollten, oder?

    nicht Deutschland überaltert und stirbt aus, sondern höchstens die deutsche Bevölkerung tut dies, wobei die gerade zu verzeichnende Geburtenzunahme dies anders darstellt.

  3. Hi Werner,

    ich finde nicht, dass es einen Grund zum Bedauern gibt. Ich lese deine Gedanken, auch die zur Politik, immer gern. Dennoch ist mir dieses Thema zu komplex, als dass ich meine Gedanken dazu in einem Kommentar zum Besten gebe würde.

    Es wäre schon interessant zu sehen, wie dein Foto heute aussehen würde, denn damit hast du Recht, wir interpretieren mit der Kamera.

    LG

    Conny

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Hallo Conny,
      meine kleine „Foto- und Gedankenserie“ zum Thema Heimat hat mich in jedem Fall zu der Überzeugung gebracht, diesen Begriff nicht den Populisten zu überlassen.

      Lg,
      Werner

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