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Leben pur

Anhalten, den Gang rausnehmen, aussteigen und entspannen.

Im ständigen Wechsel zwischen den beiden Orten Hannover und Berlin, gelingt es mir nicht allzu oft, das Tempo herauszunehmen, den Switch-Off-Schalter zu finden (und dann auch zu betätigen). Oft begleiten auch in den freien Momenten noch tagesaktuelle Ereignisse, Ärger oder Probleme meine kleinen Auszeiten, die ich mit meiner Kamera gönne.
Irgendwie war es über Ostern anders. – Ich gebe zu, ich lege wenig Wert auf Feiertage dieser Art und flüchte sehr gerne vor den Exzessen unserer Konsumgesellschaft, die aus Ostern ein „big Event“ machen will. – Leider gelingt auch das nicht immer. Aber in diesem Jahr war es anders…
Dieses Jahr habe ich mich an meinem dritten Standort fallen lassen (können): Weserbergland mit viel Licht, viel Farbe und Ruhe. Mit der Kamera nicht nur nach Aussagen und Bildausschnitten gesucht, sondern – doch ungewöhnlich für mich – mich dem Rausch der Farben, der Formen der Natur und den verschiedenen Lichtstimmungen eines tollen Aprilwochenendes hingegeben. Und (hört, hört!) mit Makroaufnahmen.
Und dann, mit mir und der Umgebung, den Düften des sonnigen Aprils und den Farben eines leuchtenden Sonnenuntergangs alleine, sind alle plötzlich ganz weit weg: Die Krim, die Ukraine, die Amis und die Russen; die EEG Umlage, die Euro-Krise und das griesgrämige Gesicht der Kanzlerin.
Alles wird bedeutungslos. Und in mir breitet sich Zufriedenheit und Gelassenheit wie ein flauschiger Teppich aus. Ich kneife im Abendlicht meine Augen zusammen und sehe nur Farben. Und ich denke: So muss es den Impressionisten gegangen sein: Monet, Manet, Pissarro.
Gerade Monet: Was muss er an Farben und Formen gesehen haben? – Ich kneife die Augen noch weiter zusammen und lasse es mir gutgehen:

FARBEN und FORMEN. NATUR.

Deshalb darf es in diesem Beitrag einmal ausnahmsweise bunt und belanglos zugehen.
Und: Das merke ich mir. Das mache ich bald wieder.

Kennt Ihr so ein Gefühl auch?

22 Comments

  1. HF HF

    O ja, das kenne ich! Und die Photography bringt mich immer wieder in diese Gefühlslage.
    Das Titelphoto ist großes Kino (das schreibt einer, der ansonsten mit Katzenphotos nicht so viel am Hut hat)!!
    LG, HF

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Ich habe es eigentlich auch nicht mit Katzen… Auf Fotos.Aber das war ein Zufallstreffer
      Lg,
      werner

      • HF HF

        Das mit dem „Zufallstreffer“ lasse ich nicht gelten – das Bild ist zu Dir gekommen und Du hast es gut umgesetzt!

  2. Hallo Werner,
    die Fotografie ist auch für mich ein Ausgleich. Oft ziehe ich mit der Kamera und einem Objektiv los, um einfach nur Augenblicke, Farben oder Formen einzufangen; zu entschleunigen den Alltag für einfach mal auszublenden.
    „Belanglos“ oder besser „Einfach“ fotografiert führt schon wieder zur Vollendung oder zur Rafinesse, wie auch schon bedeutendere Künstler festgestellt haben.

    Grüße,
    Martin

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Hallo Martin,
      danke für deinen Kommentar. Du hast in deinem letzten Satz eteas (für mich) sehr Wahres gesagt. Danke dafür.
      Lg,
      Werner

  3. Hallo Werner,
    ich glaube, das ist das erste Mal, dass ich bei dir ein Blümchenfoto sehe 😀
    Die Farbe steht deinen schönen Frühlingsbildern ebenfalls sehr gut, tolle Impressionen !
    LG, Netty

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Hallo Netty,

      stimmt! Das erste Mal… Aber irgendwann ist ja immer das erste Mal…:-)
      Lg,
      Werner

  4. ich habs zu ostern ähnlich gemacht. schön ist das, einfach mal abschalten zu können. die möglichkeit hat man zu selten.

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Das ist schön und wichtig für mein Wohlbefinden
      Lg,
      Werner

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Auf jeden Fall dann, wenn man mich lässt. 🙂

  5. ja!!!!!!!!! sehr gut…du hattes schön gehabt!!! sg

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Du hoffentlich auch 🙂

  6. Katzen und Blumen?! Muss ich mir Sorgen machen? 😉
    Liebe Grüße, Jörg

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Wenn Katzen und Blumen ein Anzeichen für eine Krankheit sind, dann ja 🙂 Aber nicht allzu große!
      Lg,
      Werner

  7. Mach es bloß nicht wieder! Du könntest Dich daran gewöhnen! *lach*

    (Diese Form des Fotografierens, einfach nur zu schwelgen in dem, was da ist… ohne gezielte Gedanken oder Projekte im Kopf zu haben… ist für mich reine Meditation und erdet mich. Leider ist sie nicht besonders gesellschaftskompatibel. Ich bin dann so selbst-zufrieden, dass ich niemand anderen mehr brauche und nur ein angetackertes lächeln im Gesicht habe. Also: Bloß nicht infizieren lassen, es könnte nicht wieder weggehen!)

  8. Ja das kenne ich nur zu gut…Mittlerweile bin ich nach sehr vielen Jahren etwas „egoistischer“ geworden und achte ab und an auch darauf das es mir gut geht und nicht nur meinen Mitmenschen …
    Die Bilder sind bezaubernd… Mitten aus dem Tagesablauf gegriffen, wunderschön!
    LG, Michaela

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Hallo Michaela,
      vielen Dank für deine lieben Worte – Ich achte uach sehr darauf, die Dinge in der Waage zu halten und auf mich zu achten. Gelingt leider nicht immer…. Aber immer öfter 🙂
      Lg,
      Werner

  9. Auch mal loslassen koennen…….dieses ist Dir doch bestens gelungen, dazu der kuenstlerische Moment. Sie kann so nett sein, -Die Leichtigkeit des Seins- . Entspannte Impressionen, auch wenn die Katze nicht ganz so entspannt aussieht:-)

    saludos Rue

  10. YEAH! So war das in Antwerpen, nur kein Makro, mehr rum schlendern, essen, trinken, Auszeit nehmen, um niemanden kümmern.
    Ich gebe zu: bin auch so nicht besonders an Politik interessiert momentan, es gibt eh nur schlechte Nachrichten, daher reicht mir das einmal am Tag im TV und ich lasse es unkommentiert, kann sowieso nichts bewegen.
    Aber so belanglos ist der Beitrag doch gar nicht. Du hast nur ein Leben und hast Dir mal wieder EINEN Tag dafür genommen:-)

  11. Hi Werner, ja, das kenne ich auch, aus der Welt des Internets übrigens. Auch da mal aussteigen, weder posten noch lesen. Das echte Leben mit allen Sinnen spüren und nach einiger Zeit merken, dass einem nichts fehlt und der Weg zurück schwerer ist, als der Weg da raus. Beruhigenderweise :-).

    Nur für sich fotografieren, aus einem Gefühl heraus. Das was du riechst, fühlst, siehst festhalten und mit sich im Reinen im Hier und Jetzt sein. Was sollte daran banal sein? Ist es nicht eher der Käfig eigenen Bewertung, der dich das banal finden lässt? Fotografie mit puren Emotionen…..

    LG, Conny

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Mmh, ja Conny. Du liegst bestimmt richtig. – Es sind immer die eigenen inneren Maßstäbe, die einen Käfig um einen herum aufbauen. Danke für deine Worte… Das macht mich nachdenklich.
      Lg,
      Werner

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