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My dear old Bequemlichkeit – Vom Pendeln zwischen zwei Welten

Segen…

Ach ja, ich liebe meine eigene Bequemlichkeit und die damit oft einhergehenden Rituale und Gewohnheiten: Der Kaffee am Morgen (früher noch mit der geliebten Kippe in der Hand), die Nachrichtensendung am Abend (logisch: was war denn heute los?) , der Tatort am Sonntag. Um mal drei Beispiele zu nennen. Die Bequemlichkeit und ich sind gute Bekannte. Nein, wir sind viel mehr: WIr sind gute alte Freunde. Wir kennen uns. Und ich kann mich auf sie verlassen. Sie ist immer da, wenn sich Gelegenheit bietet. Befällt mich dann wie ein Virus. Kaum ein Kraut ist gegen sie gewachsen. Und sie kann auch mal  ganz schön eklig sein, wenn sie so richtig an mir klebt.

… und Fluch…

Ach ja, ich hasse sie, meine Bequemlichkeit. Was könnte ich alles tun mit meiner Zeit? Lesen, zum Beispiel… Da warten noch Bücher auf mich. Mal wieder Sport treiben… Pfff…. Mit der Kamera raus in die Welt und fotografieren: oh ja. Aber irgendwie kriege ich den Hintern nicht gehoben, Stattdessen gebe ich mich der Bequemlichkeit hin und bleibe sitzen: Denke nach über Kreativität und Inspiration (nee, so kriegst’e die nie!) und die große weite Welt 🙂

… und das Pendeln zwischen zwei Welten

Zurzeit bewegt sich mein  Leben zwischen zwei Polen: Der Beschaulichkeit einer dörflichen Idylle auf der einen, dem inspirierenden (WOW!)  und hektischen Leben Berlins auf der anderen Seite. (Gespiegelt in den beiden Fotos dieses Beitrags) Vielleicht liegt die Wurzel der Bequemlichkeit in der rastlosen Unruhe ständig gepackter Taschen und der Zahnbürste als permanentem Begleiter. Vielleicht liegt zwischen diesen Extremen  mein Bequemlichkeits-Nullpunkt….

Und immer auf der Suche nach der eigenen Kreativtät…

Zum Schluß ein paar inspirierende Anregungen für Kopf und Geist:
Für`s Auge:
Serie auf DVD : Lillyhammer (mit einem grandiosen Steve van Zandt in der Titelrolle)
Der Fotograf:  Peter Turnley (french kiss – al love letter to Paris)  (ach… mir geht das Herz auf)
Und zum Lesen:  Kruso (wunderbar poetisch!)

Ich wünsche allen ein inspirierendes Osterfest

 

10 Kommentare

  1. stefanie stefanie

    Schön geschrieben, lieber Werner

    ich würde gern hinzufügen, dass das Leben immer voller Widersprüche ist;)
    Und ich habe mir den Tatort abgewöhnt. Was diese Brutalität am Sonntagabend immer in meinem Wohnzimmer zu suchen hat, habe ich mich nämlich gefragt! Stattdessen lieber ein Buch. Ist ja mein Job 😉 Dieser Literaturfrühling ist fantastisch.
    Mir gefällt natürlich dein Märzenbecherbild. Es leuchtet warm und Grün und still. Alexanderplatz gestochen scharf, aber immerhin ein schönes Berliner Blau und auch auf sonderbare Weise still.

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Danke, Stefanie 🙂
      Ja, der Tatort… So ganz loslassen will er mich nicht (und ich ihn auch nicht).
      Ich liebe die Märzbecher. Sie verwandeln das braune Einerlei des Winters in eine blühende Landschaft.
      Lg,
      Werner

  2. HF HF

    Sind Rituale wirklich „Bequemlichkeit“? Oder sind Rituale die Pflöcke die wir einschlagen, um uns daran durch den Alltag zu hangeln? Und wenn man den hektischen Alltag durch Phasen der Ruhe unterbricht, so sollte man diese Phasen nicht durch die Bezeichnung „Bequemlichkeit“ diskriminieren.
    Genieß die Osterfeiertage, Werner, mache es Dir bequem!
    HF

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Hallo Hans,

      so ist es auch nicht gemeint… Ich liebe die Bequemlichkeit und die damit einhergehenden Rituale…. 🙂 Das ist ein Statement, an dem ich nicht rütteln möchte. Und doch steht man sich dabei auch manches Mal im Weg. Diese Dinge gehören eben einfach „irgendwie“ zusammen.
      Habe du auch wunderbare Ostertage!
      Lg,
      Werner

  3. Hallo Werner,
    ich genieße meine Bequemlichkeit. Sie ist für mich auch gleichzeitig ein Ruhepol. Du mußt pendeln, bei mir zerrupft der Schichtdienst meine Tage und Gewohnheiten. So ist es halt. 😉 Nur sich und seine Gedanken pflegen ist wichtig und läd den Akku wieder auf 😉

    Wünsche Dir entspannende Ostertage und LG
    kiki

  4. Hi Werner,

    wirklich klasse beschrieben und ein schöner Gedankenanstoß !!!

    Ich hatte mich übrigens ziemlich auf LILLYHAMMER gefreut… …hhmm, aber irgendwie wurde ich nicht richtig warm damit. In SOPRANOS hat er mir besser gefallen… …und, klar, in der E-STREET BAND noch am besten. Is vielleicht auch nur Bequemlichkeit von mir. 🙂

    schöne Ostertage für dich! LG, Markus

  5. das kann schon gut sein, denn als ich noch zwischen 2 (und mehr) wohnsitzen gependelt bin, ging es mir ähnlich. aber man sagt so schön: great things never come from comfort zones.

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Da sagst du was Richtiges… Daran werde ich mich demnächst (hoffentlich) wieder erinnern.

      Lg,
      Werner

  6. Bequemlichkeit ist wirklich blöd, wenn sie unzufrieden macht, etwas verpasst zu haben. Aber eben auch Anker, solange sie gut tut. Der Geist holt sie sich nicht umsonst. Sonst bleibt man ja ewig von sich selbst Getriebener. Gerade in deiner Pendelsituation. Aber sehr wichtig, sich das vor Augen zu führen.

    Ich hatte jetzt faktisch zwei Monate keine Kamera im kreativen Sinn in der Hand (ok, mehrere Ausstellungen hatten mich etwas übersättigt. Transpiration statt Inspiration). Völlig uninspiriert war das auch völlig in Ordnung.

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      … „Transpiration statt Inspiration“ – Wie herrlich. 🙂 Ich hatte aber den Eindruck, dass die Ausstellung doch ziemlich kreativ ist. 🙂
      Lg,
      Werner

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