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Warum machen wir das?

Ein Beitrag aus der großen weiten Netzwelt beschäftigt mich seit Tagen. Krolop&Gerst bieten auf ihrem Blog einen PS – Download an, der wohl auch weggeht, wie warme Semmeln.

Für alle Fotofreaks unter Euch, die es noch nicht gesehen haben sollten: In diesem Download geht es um „light leaks“ und „flares“. Tolle Sache. Grundsätzlich.

Mich aber bewegt da was… Nämlich die Frage: Warum machen wir das?

Warum nutzen wir die beste Ausrüstung, kaufen uns das teuerste Gerät, arbeiten mit Lichtboliden, nutzen die lichtstärksten und die weitgehend verzeichnungsfreien Linsen, nur um dann in dem „perfekten“ Foto später am Rechner, technische Fehler einzubauen? Wir lieben den Look der „billigen“  Linse aus den analogen Siebzigern, benötigen aber, um ihn zu produzieren, das edelste Equipment?

Warum ist das so?

Warum bezahlen wir dreistellige Eurobeträge für Jeans im „Destroyed-Look“, also für eine Hose, die schlussendlich alles andere als „perfekt“ ist?

Warum gefällt uns das Gesicht eines Menschen mehr, wenn es kleine Fehler zeigt und nicht – aus „technischer Sicht“ – in perfekter Symmetrie ist?

Kann es (auch) sein, dass….

…. Perfektion schön ist, aber kalt und gefühlsarm? – …..wir danach streben , dennoch aber Angst davor haben?…… macht Perfektion einsam?

Menschen brauchen Gefühle.

Für uns leidenschaftlichen Fotografen kann es – wenn es so ist – auch heißen, „weniger ist mehr“.

Lernen wir, das Unperfekte zu lieben und nicht immer dem letzten Schrei der Technik nachzugeben.  Lernen wir mal nein zu sagen.

Der neueste Stand der Technik folgt ohnehin nur dem Zwang zum Konsum.

10 Kommentare

  1. Ich denke, ich weiß, was du ausdrücken willst und im Grunde hast natürlich völlig recht. Das Streben nach dem besonderen digitalen Look hat seinen Ursprung doch auch schon in der analogen Fotografie, der Auswahl der Filme, der Emulsionen etc. Es ist wohl das Streben nach d e m individuellen Look, der leider all zu oft darin endet, dass ganze Wellen von bestimmten Looks über uns herein brechen ;-).

    Flares mag ich besonders gern und wenn sie klasse aussehen und ich nicht erkenne, dass sie nicht während der Aufnahme entstanden sind, werde ich sie lieben :-D.

    Fotografie kann Emotion sein, bei dir auf jeden Fall, aber das bedeutet sie nicht für jeden. Ich denke da an den Fotografen, der mit Stativ und Nodalpunktadapter das perfekte Pano fotografieren möchte. Das ist ein Techniker, den interessiert keine Emotion. 😉

    Das Atreben nach Perfektion kann Entwicklung verhindern, kann uns im Weg stehen, uns blind machen. Der Stilpirat zitiert den kleinen Prinzen: Du siehst nur mit dem Herzen gut. Genau!

    • pechmann pechmann

      Hallo Conny,
      wir haben uns ja schon darüber ausgetauscht. Mir fällt manchmal einfach auf, wie „verrückt“ das Treiben so ist. Das beschränkt sihc ja nicht nur auf die Photographie. 🙂 Ich liebe Flares auch über alles…
      Lg,Werner

  2. pechmann pechmann

    Hallo Timon,

    ich mache das ebenso wie du. Und spüre dann auch immer bei den Zuhörern den „Aha-Effekt“ – Dein Gedanke der bewußten und kontrollierten Störung ist übrigens sehr interessant. Danke für diesen Input.
    Lg,
    Werner

  3. pechmann pechmann

    Hallo Netty,
    das empfinde ich auch so… Perfekt ist oft einfach langweilig.. Und unperfekt kann (wenn es gut gemacht ist) eben einfach gut sein 🙂
    Lg,
    Werner

  4. Schöne Gedanken, wie du weißt Liebe ich ja alles alte, da mache ich auch bei digitalen Ergebnissen keine Ausnähme. Ich mag die Wärme und Nostalgie, die alt aussehende Bilder zeigen.
    Das hat mittlerweile die ganze Fotoindustrie verstanden, denn sie verkaufen uns ihr technikzeug unter dem Vorwand, mit nur einem Klick – am besten gleich an der Kamera – ein solches emotionsgeladenes Bild produzieren zu können. Funktioniert zwar nicht, macht aber nix, denn gute Fotos dürfen nicht in Massen kommen, sondern müssen in kleinen Stücken entdeckt werden. Und das ist gut so, auch mit der neuesten Technik.

    Dein Bild hat eine unglaublich warme Austrahlung und auch liebe Flares…

    Viele Grüße Jürgen

    • pechmann pechmann

      Ja, ich habe mir schon gedacht, dass du eine Liebe für „Altes“ mitbringst. – Man sieht es an den Inhalten deiner Bilder und deiner Sicht auf die Dinge. Da bin ich gedanklich nahe bei dir.
      Lg,
      Werner

  5. Sehr schönes Foto (passend zum Thema). Ich würde nicht sagen, dass Perfektion einsam macht, aber irgendwann wird es langweilig. Schau dir die berühmtesten Fotografen und deren Portraits, Landschafts- und Makroaufnahmen an. Von Perfektion ist da nicht die Rede, sondern eher von diesen gewissen Dingen, die uns Menschen zu Menschen machen oder Orte und Objekte zu etwas ganz Außergewöhnlichem (im richtigen Licht). Perfektion ist doch eher etwas für die Modezeitschriften 🙂

    • pechmann pechmann

      Vielen Dank…. Ich sehe das auch so wie du, was die Perfektion angeht. – Dieser „Streit“ -besser: diese Auseinandersetzung – wird sich aber wohl weiterhin durch die Diskussionen in den Foren und in den Blogs ziehen. So sind wir Fotografen wohl…

      Lg,
      Werner

  6. ich denke da an: i was born to be awesome – not perfect 🙂 ja, das ist die frage, warum wir die perfekte technik wollen und gleichzeitig so am vintagelook hängen…

    • pechmann pechmann

      …. ich auch, Paleica. Das geht mir auch so.
      Lg,
      Werner

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