{"id":2499,"date":"2016-10-14T09:30:38","date_gmt":"2016-10-14T07:30:38","guid":{"rendered":"https:\/\/alleaugenblicke.de\/?p=2499"},"modified":"2016-12-06T21:44:33","modified_gmt":"2016-12-06T20:44:33","slug":"das-mehr-im-weniger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alleaugenblicke.de\/das-mehr-im-weniger\/","title":{"rendered":"Das Mehr im Weniger"},"content":{"rendered":"

Jeden Tag, jede Stunde, ja, nahezu jede neue Minute springt uns Neues an: Hier eine Eilmeldung, dort breaking news, woanders wieder ein neuer Post auf einem Blog. Unser Leben ist nicht nur schnell (geworden), sondern vor allem auch „viel“.<\/h4>\n

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Viel Neues<\/strong>
\n Viel Inhalt<\/strong>
\n Kein Ma\u00dfhalten<\/strong>
\n Keine Reduktion<\/strong><\/h4>\n

Ich finde im Netz Fotografien. Sie schreien mich an: Viel Farbe. Viel Gewimmel. Das Auge findet keinen Halt. Mir fehlen Bildaufbau, Struktur und auch der Sinn erschlie\u00dft sich mir nicht. Der Fotograf  versucht wortreich seine Bilder zu erl\u00e4utern, doch ist er nicht unbedingt ein Schriftsteller. Das Lesen f\u00e4llt schwer. Daf\u00fcr meint der Autor des Blogs  es gut und zeigt gleich ein ganzes Dutzend seiner Fotos. In ihnen geht es um Reisen, Orte und Begegnungen. Sie erinnern mich im weitesten Sinne an die Wimmelbilder von Ali  Mitgutsch<\/a>. Darin aber war das Wimmeln Sinn und Zweck. In diesen Fotos auch? Schnell schlie\u00dfe ich die Seite. Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Mich l\u00e4sst die Seite ratlos zur\u00fcck. Und es ist nicht die einzige.<\/h4>\n

Ich schaue einen Krimi. Prime Time im deutschen Fernsehen. Auch hier meint das Drehbuch es gut. Es geht nicht nur um einen Mord, um Opfer und T\u00e4ter. Nein, es werden gleich in einem Rutsch eine Reihe zeitgen\u00f6ssischer Fragestellungen abgehandelt: So geht es auch um Fl\u00fcchtlinge, Radikalismus, das soziale Gef\u00e4lle und diverse andere gro\u00dfe und kleine Probleme. Also irgendwie um alles und auch irgendwie um nichts. Der M\u00f6rder ist schnell gestellt. Aber was ist mit dem Rest?   Am Ende bleibt das  flaue Gef\u00fchl von Beliebig- und Belanglosigkeit. Ein Gef\u00fchl  der Leere. Der Krimi an sich ist schnell vergessen.<\/h4>\n

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Beispiele dieser Art finden sich in allen Genres und Lebensbereichen: F\u00fclle. Als bedeute  ein „Mehr“ stets auch ein Mehr an Qualit\u00e4t. – Oft aber ist dieses Mehr aber wohl nur Ausdruck mangelnder Entscheidungsfreude bei der Frage „was lasse ich weg?“ – In der Fotografie ist die Besch\u00e4ftigung mit Kunst der „Leere“, sowie der Formen und Farben immer ein guter Schritt zu einer eigenen \u00c4sthetik.<\/h4>\n

Sich selbst reduzieren. Das Mehr im Weniger suchen.<\/h4>\n

Es muss ja nicht gleich der Minimalismus zum Dogma erhoben werden. Aber es darf ruhig auch mal weniger sein. Oder?<\/h4>\n

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Nicht zuletzt kann die Besch\u00e4ftigung mit der Beschr\u00e4nkung auf „das Wenige“  auch zu einer inneren Ruhe und Entspanntheit f\u00fchren. Genau das ist Fotografie auch f\u00fcr mich immer wieder aufs Neue.<\/h4>\n

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Jeden Tag, jede Stunde, ja, nahezu jede neue Minute springt uns Neues an: Hier eine Eilmeldung, dort breaking news, woanders wieder ein neuer Post auf einem…<\/p>\n