{"id":6137,"date":"2022-10-02T13:24:31","date_gmt":"2022-10-02T11:24:31","guid":{"rendered":"https:\/\/alleaugenblicke.de\/?p=6137"},"modified":"2022-10-02T13:24:34","modified_gmt":"2022-10-02T11:24:34","slug":"muede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alleaugenblicke.de\/muede\/","title":{"rendered":"M\u00fcde"},"content":{"rendered":"
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L\u00e4ngst haben Fotografien ihre Unschuld verloren. Sie sind schon lange zum Mittel von Manipulationen geworden, werden genutzt um Stimmung und Meinung zu machen, dabei werden sie nicht zuletzt viel zu oft selbst manipuliert. Was ist da schon ein Foto? <\/p>\n\n\n\n

Die anderen wiederum, die in ihrer Fotografie Kunst sehen, oder mit ihren Fotos harmlose kleine Geschichten erz\u00e4hlen, laufen Gefahr in der grellen Kakophonie unterzugehen. „Einfach“ nur ein Foto zu zeigen oder \u00fcber es zu sprechen, bedeutet aber eben auch – frei nach Brecht – so vieles zu verschweigen. <\/p>\n\n\n\n

In diesen Zeiten leben wir. Wir kennen dies alles aus B\u00fcchern und Filmen, wir halten diese Erinnerung lebendig und wach. Und genau deshalb sollte es uns sorgen. Und doch: wir treiben dahin. Vielleicht sp\u00fcren wir, dass sich Dinge ver\u00e4ndern, doch wir realisieren dies kaum. Wir schieben wichtige Gedanken und Entscheidungen vor uns her und sind so vielleicht gemeinsam Mitglieder einer gewaltigen Prokrastination, ohne dass wir uns diesen Umstand bewusst machen. <\/p>\n\n\n\n

Wie eine tr\u00e4ge Herde K\u00fche schauen wir kurz auf und grasen dann gem\u00fctlich weiter<\/em><\/p>\n\n\n\n

Herbert Gr\u00f6nemeyer<\/p>\n\n\n

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L\u00e4ngst ist aus diesem Fotoblog mit meinen Fotografien „all der Augenblicke“ etwas anderes geworden. Ich wei\u00df nicht genau was, aber spielt das eine Rolle? Vielleicht ist dieser Blog (m)ein Ventil, die Gedanken auszusprechen, an denen ich alleine „ersticken“ w\u00fcrde? Ehrlich? – Ich wei\u00df es nicht. Noch fehlen mir die Worte daf\u00fcr. Vielleicht bin ich auch einfach m\u00fcde? M\u00fcde vom „Wahnsinn“, der sich offenbar kaum noch M\u00fche macht, nicht als Wahnsinn wahrgenommen zu werden. M\u00fcde von der Schlacht um t\u00e4glich neue Schlagzeilen, in denen „das B\u00f6se“ die Hauptrolle bekommt und „das Gute“ bestenfalls in einer kleinen Nebenrolle dahin d\u00fcmpeln darf, w\u00e4hrend dar\u00fcber gestritten wird, was \u00fcberhaupt „b\u00f6se“ und was „gut“ ist.<\/p>\n\n\n\n

Ich w\u00e4re gerne auch weise
In den alten B\u00fcchern steht, was weise ist:
Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
Ohne Furcht verbringen
Auch ohne Gewalt auskommen
B\u00f6ses mit Gutem vergelten
Seine W\u00fcnsche nicht erf\u00fcllen, sondern vergessen
Gilt f\u00fcr weise.<\/em><\/p>\n\n\n\n

<\/p>Bertolt Brecht<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n

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All das macht mich m\u00fcde. <\/p>\n\n\n\n

Und zunehmend sprachlos. <\/p>\n\n\n\n

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