Das Werden im Sein

 

… dieser Widerspruch, dem wir uns alle stellen müssen, etwas perfekt zu machen, unserer Arbeit, unser Wissen und unsere Gefühle, alles strebt dem Ideal nach, während die Wirklichkeit stets unrein ist. Das Vollkommene kann man nur bewundern, das Unvollkommene muss man erst verstehen lernen, und dann kann es Gegenstand unserer Liebe werden.“  (Zitat aus dem Roman „Rot“ von Uwe Timm)

Warum denke ich an Uwe Timm? Warum denke ich an seinen wunderbaren Roman „Rot“,wenn ich diese Bilder betrachte – Ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich habe nur eine Vermutung: Es berührt mich, geht mir nahe, begleitet mich seit Jahren. – So wie die junge Frau auf diesen Fotos.  Es ist diese ewig junge Geschichte vom Sein und dem Werden. Die Portion  Magie und Zauber im Leben. Alles fließt. Und das Wissen darum tut gut.

Me, myself, I

Me myself I -2-

Der Fotograf und sein Motiv: Auseinandersetzung, Kampf, Freude, Kommunikation, Miteinander, Streit, Harmonie und noch so einiges mehr. Sie sind verschieden und doch eins. Im Ergebnis, dem fertigen Bild findet sich immer ein Stück „Ich“.

Fotografieren heißt daher auch immer, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, mit sich ringen, sich zu verändern, Das geht auch mal in Bereiche, wo es weh tun kann. Wer die Auseinandersetzung meidet, wird immer nur knipsen.

ME    MEYSELF      I

I sit here by myself
And you know I love it
You know I don’t want someone
To come pay a visit

I wanna be by myself
I came in this world alone
Me myself I

I wanna go to China
And to see Japan
I’d like to sail the oceans
Before the seas run dry

I wanna go by myself
I’ve just room enough for one
Me myself I

I wanna be a big shot
And have ninety cars
I wanna have a boyfriend
And a girl for laughs

But only on Saturdays
Six days to be alone
With just me myself I
Me myself and I
Just me myself I

Don’t wanna be the bad guy
Don’t wanna make a soul cry

It’s not that I love myself
I just don’t want company
Except me myself I
Me myself and I
Just me myself I

I sit here by myself
And you know I love it
You know I don’t want someone
To come pay a visit

I wanna be by myself
I came in this world alone
Me myself I
Me myself I, me myself and I
Just me myself I

(Joan Armatrading)

 

Fünf Freunde und ein Paar

Ihr erinnert Euch vielleicht an meinen Beitrag aus dem August des letzten Jahres?  Coole Truppe, warmer Nachmittag.

Nun waren wir wieder unterwegs. Dieses Mal in Uelzen. Weltstadt mit Charakter 🙂 Nee, echt. Sogar Sir Elton John hat an diesem Nagelfleck auf der Landkarte schon gespielt. Was liegt da näher, genau dort auch andere Helden abzulichten?

Hauptdarsteller: The Dude with his fellow


Na, und was soll ich sagen? Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus:

Wir sehen uns wieder! Ich freu mich drauf!

Come on Aileen

Es ist warm, die Sonne zeichnet wunderbare Spuren in die Gassen und auf die Fassaden. Das Licht zaubert ein Lachen auf die Gesichter der Menschen.

Ein paar Portraits: spontan, im Vorbeigehen. Aus der Laune heraus. Es ist die Freude  am Tun und am Leben

Come on Aileen, danke für diese schönen Momente.

Love Lisbon – ein letzter Blick zurück

Morgens um sechs den bergauf-bergab-Marsch durch die noch leeren Gassen der Stadt starten. Dem Verlauf von Licht und Schatten in den winklingen Straßen folgen. Die frische Luft auf der Haut spüren. Einen „Galao“ an der Theke einer kleinen Pastelaria trinken. Mit fremden Menschen über die Frage (händeringend) diskutieren, ob  man nun Fan von Benfica oder Sporting Lissabon sein muss.

Lissabon – das war stark!

Love Lisbon -146

Mehr vom Sound dieser Stadt – Lissabon

Lissabon Tanz -074

Ja, der Fado….

…doch nicht nur er bestimmt den Rhythmus dieser Stadt: Wer sich darin bewegt spürt mehr: Straßenmusiker , die den Blues und Jazz beherrschen, südamerikanische Samba- und Rumbaklänge aus Musikanlagen, zu denen am Samstagabend in der Öffentlichkeit getanzt wird, prägen das Bild dieser Stadt genauso und geben Zeugnis von der großen Vergangenheit dieses Landes.

Wer genau hinhört, kann auch in diesem Sound die Sehnsucht nach dem Meer und der weiten Welt erkennen. Viele Völker haben das Bild dieser Stadt mitgeprägt und verleihen ihr bis heute ein wunderbar melancholisches Flair.

Vom Sound einer Stadt – Lissabon

Es braucht seine Zeit bis man ankommt: Reisestrapazen und -stress, die Routinen und das Alltagsleben abgelegt hat und in einen anderen Rhythmus kommt. Erst dann, wenn man so nach und nach in das Leben  eintaucht, Bilder, Sprache und Gerüche wirken lässt, erst dann kann man dem Klang der Stadt nachspüren. Spürt den Takt, die Geschwindigkeit und den Groove. Entwickelt ein Gefühl für die Melodie.

In Lissabon ist es der Fado. Ohne Frage. Auch ohne das Wissen dieses Musikstils ist seine Tiefe und seine Sehnsucht in den Straßen beinahe greifbar.

Ohne auch nur einen Ton gehört zu haben, passt man sich schnell diesem Tempo an, wenn man auf eine Tram wartet oder früh morgens einen Espresso zwischen Müllfahrern und Lehrern in einer Pastelaria trinkt.  Es ist ein leiser, oft ein wenig schwer- und wehmütiger Sound, der einen durch die engen Gassen begleitet. Doch er ist allgegenwärtig. Und wenn er einen erstmal gepackt hat, dann lässt er nicht mehr los.

Man wird selbst Teil von ihm. So wie man schnell Teil dieser Stadt wird,wenn man sich im Gassengewirr von Alfama verliert und sich ihrem Charme und der Menschen dort verliert.

Melancholie Lissabon 1-137

Von Bildern auf Reisen – Lissabon

Lissabon-075

Wer auf Reisen geht, macht (meistens) Fotos. Fotografische Erinnerungen an  Orte, die man oft bereits tausendfach zuvor in Büchern, Reiseführern oder im Netz gesehen hat. Doch das hindert uns nicht daran, das Handy oder die Kamera zu zücken, um seinen ganz persönlichen Eindruck („schaut: ich war hier“) dieser Orte festzuhalten. Im Kern geht es dabei stets um das persönliche Erinnern, an das „Darüber-Erzählen“, wenn man längst wieder zu Hause ist und der Alltag längst wieder sein graues Band schwingt. Fotos sind dann ein Mittel gegen das Vergessen und für das Wiederaufleben der Gefühle im Moment der Aufnahme.

Aber all das ist so oder ähnlich schon zigtausendfach geschrieben. Warum tue ich mir diesen Absatz also noch einmal an…? ….weil ich es anders machen möchte.

Ich habe mir im Vorfeld meiner aktuellen Reise nach Lissabon viele Gedanken darüber gemacht, was für Fotos ich eigentlich machen will. Dass ich fotografieren würde, stand außer Frage. Aber was und wie? Fotodokumentationen langweilen mich (jedenfalls zurzeit), die „üblichen Erinnerungsfotos“ sowieso. Die aufgepeppten HDR-Aufnahmen herausragender Baudenkmäler, Landschaften, oder stimmungsvoller Sonnenuntergänge sind schon gar nicht mein Ding (und passen nicht zu mir). –  Nein, ich wollte andere Sachen machen.

Meine Idee war schlussendlich, mir ein Thema zu suchen, und dies dann in einem von mir selbst vorgegebenen Rahmen umzusetzen. Das auch vor dem Hintergrund, durch Reduzierung auf ein Thema und eine bestimmte Ausrüstung, der eigenen Kreativität etwas Schubkraft zu verleihen und einer millionenfach fotografierten Stadt, die eine oder andere neue (?) An- und Einsicht abzugewinnen. Und dabei geht es nur um meine ganz persönliche Sicht.

Mein Thema in den vergangenen sieben Tagen lautete  „Melancholie und Einsamkeit“ – Mein Fokus lag auf Menschen. Und das nicht mit einer Telebrennweite. Nein, mein Ding sind die 50mm – Und dieses Mal: alles in Farbe.

Die kommenden Beiträgen, die ich wie ich Lust und Zeit habe, veröffentliche, geht es also um Melancholie und Einsamkeit in Lissabon, fotografiert mit einem 50mm Objektiv und ausschließlich in Farbe bearbeitet.

Woher und wohin

Woher und wohin? – Diese Frage bewegt uns, sie begleitet uns ein ganzes Leben und sie treibt uns an. Zugegeben: Sie ist nicht immer ganz bequem, sie kann quälen und ist vor allem eines: menschlich.

 

In meiner kleinen Serie zeigen sich Mutter und Tochter beim Nachspüren dieser Frage: Woher und wohin? Ich bin ein Teil von dir, du bist ein Teil von mir. Wir sind uns ähnlich und auch doch wieder nicht. Jeder ein kleiner Teil des anderen. Und doch so einzigartig.

 

Komm doch einfach raus mit mir

 

Komm doch einfach raus mit mir
Schau mit mir in den Himmel wo
Wolken ihr Durcheinander treiben
Lass uns Ringelreihe tanzen
Lass uns laute Kinder bleiben

Komm doch einfach raus mit mir
Mach deinen Koffer zu und bleibe
bei mir im Hier, jetzt und sofort
Lass uns laute Lieder singen
Gehen wir miteinander fort

Komm doch einfach raus mit mir
Sei du wie du warst vor langen
Zeiten auf dünnen Kinderbeinen
Lass uns Burgen bauen aus Sand
Lass uns dumme Verse reimen

Komm doch einfach raus mit mir