Deutschlandbilder – 12

Regelmäßig, immer ein Foto, aus dem Leben gegriffen, den Alltag vor Augen, zum Nachdenken

Eine unbekannte Frau in ihr Gebet versunken

Bleiben Sie ruhig hier: Hier ist eine Komfortzone

Ein Plädoyer für mehr Gelassenheit. Auch in der Komfortzone.

Am Wochenende las ich es wieder: Angebote für Foto-Workshops, die unter anderem mit diesem Satz um Teilnehmer warben:

„Verlassen Sie ihre Komfortzone!“

Von diesem Satz wird ja zwischenzeitlich gerne (inflationär) Gebrauch gemacht. Es entspricht offenbar dem Zeitgeist, seine Komfortzone zu verlassen. Jedenfalls dann, wenn man ein Kreativer ist und die eigene Kreativität Anschub braucht. Dann – so jedenfalls der Marketingsprech – müssen wir raus: raus aus der Gemütlichkeit. Etwas neues, anderes tun. Die Perspektive wechseln, raus aus der Gemütlichkeit.

Aber warum eigentlich? Also ich fühle mich da wohl. Da ist es gemütlich, da darf ich sein. Da bin ich ich. Warum sollte ich da nun raus? – Die Erklärung wird uns aber auch geliefert: Wir wollen uns entwickeln, weiter kommen und daran hindert uns eine Region im Hirn – das limbische System. Das Schlüsselwort dabei ist „Angst“.

(Nein, keine Sorge:Es wird nicht wissenschaftlich. Wer mehr erfahren will, darf gerne seine  Suchmaschine im Netz benutzen).  

Die Komfortzone als Grund für mangelnde Kreativiät und / oder stagnierende Entwicklung (eines Fotografen, …. eines Malers, …. eines Managers…. ) hat Saison. Wir reden so viel darüber, dass im Umkehrschluss der, der seine Komfortzone pflegt, beinahe schon anrüchig wirkt: „… wie, du willst deine Komfortzone nicht verlassen?“, wird da die Lippe schürzend gefragt – Und schon zeichnen sich Falten des Zweifels auf der Stirn des so Fragenden ab.

Und wie immer, wenn etwas so stark auf der Trendwelle schwimmt, neige ich zur Skepsis. Etwas meldet sich in mir und läßt mich zweifeln….. Warum, so frage ich mich, soll ich diesen geschützten Raum, in dem ich mich wohl fühle, in dem ich mit Leidenschaft und Liebe etwas tue, freiwillig verlassen? Oder, um es konkret zu machen: Warum soll ich mich mit einem Genre der Fotografie beschäftigen, wenn mir dieses Genre nicht gefällt? – Oder anders herum: Interessiere ich mich für einen Bereich der Fotografie, den ich nicht beherrsche, dann entwickele ich diesen in meiner Komfortzone…. Denn dort wohnt meine Leidenschaft.

Warum soll es für einen Romanautor hilfreich sein, seine Komfortzone zu verlassen, und dort „draußen“ ein Sachbuch zu schreiben? Weil es die Kreativtät weckt? Hallo Zweifel…. Herzlich willkommen!

In Zeiten der Sinnentleerung durch Reduzierung auf die dicken Lettern von  Schlagzeilen, werden Menschen in der Komfortzone, zu leicht Adjektive wie „faul“, „bequem“ angehängt. Im Business wird man in seiner Komfortzone schnell zu einem Menschen mit mangelndem Ehrgeiz.

Das Verlassen der Komfortzone liegt im Trend. Mit ihm generiert man Umsatz. Auf der anderen Seite darf man sich damit rühmen.

Wie wäre es mal mit einem Trend von Bildung,  Selbstvertrauen und Gelassenheit? Kommt bestimmt, ganz sicher.

Ich freu mich drauf

Gelassenheit ist (m)ein gutes Mittel, um kreative Kräfte in mir zu wecken. Zum Beispiel auf einem langen Spaziergang am frühen Abend mit langen Blicken in den Hinmmel. Dort sind die Fotos in diesem Beitrag entstanden.

Jeder Abschied ein Anfang

Abschiede bewegen uns. Anfänge auch.

Menschen arbeiten miteinander. Jeden Tag einige, mitunter viele Stunden. Fünf Tage in der Woche, manchmal mehr, manchmal weniger. Oft arbeitet man über lange Zeiträume zusammen: Sitzt in einem Büro, vertritt sich, streitet sich, lacht miteinander,redet miteinander (und manchmal auch übereinander), löst Probleme und Konflikte… oder eben auch manchmal nicht.

Im besten Fall versteht man sich gut, wenn nicht findet man hoffentlich eine (gute) Basis des Miteinanders. Im schlimmsten Fall trennt man sich.

Oft nimmt man den anderen gar nicht mehr wahr: Er/sie  ist einfach jeden Tag da: Ein Kollege / eine Kollegin. Wie selbstverständlich. Und doch lernt man sich im Laufe der Zeit kennen. Irgendwie… ob man will oder nicht.

Und dann kommt auch der Tag des Abschieds. Pläne ändern sich und plötzlich ist er da: Der Tag des Abschieds. Oft auch ein Tag des  Neuanfangs für den der geht. Und dann wird uns klar, was wir am anderen hatten. Warum haben wir das nicht früher gemerkt?

Diese beiden Bilder sind zu einem Abschied entstanden.

Weil`s schnell gehen musste (wer bewacht die Telefone?) in nicht einmal zehn Minuten….

 

Heimat ist ein Gefühl 9 – Wälder und Landschaften

 In meiner kleinen…

… Serie zum Thema „Heimat“ versuche ich mich ja schon eine kleine Weile in verschiedenen Beiträgen aus unterschiedlichen Richtungen und wechselnden Perspektiven diesem emotionsgeladenen und vielschichtigem Begriff anzunähern (wer möchte, findet alle Beiträge hierzu mit dem Suchbegriff „Heimat“ auf meiner Seite).

War  anfangs meine Triebfeder,  über meine Kamera, also mit Bildern,  meinem eigenen Heimatbegriff näher zu kommen, ist mir aber darüber hinaus auch schnell klar geworden, dass ich die Interpretation von Heimat nicht  den lauten und dabei oftmals pöbelnden Figuren  in unserer Gesellschaft überlassen will.

Heimat -0061

Heimat ist weder laut noch stolz, Heimat ist weder deutsch noch hat sie eine andere Nationalität. Heimat ist -wie es der Titel dieser Serie schon sagt – vor allem ein Gefühl: Heimat ist so individuell wie wir selbst es sind.

Diese Gedanken begleiteten mich, als ich am vergangenen Wochenende seit langem wieder einmal mit meinem treuen Freund Emil  in den Wäldern des Weserberglandes unterwegs war: Ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Wege, Bäume, Pfützen, die alte Wurzel, über die ich schon hunderte Male gestolpert bin. Es fühlt sich an wie ein Nachhausekommen. Alles ist vertraut… Eben: ein Stück Heimat.

Das Werden im Sein

 

… dieser Widerspruch, dem wir uns alle stellen müssen, etwas perfekt zu machen, unserer Arbeit, unser Wissen und unsere Gefühle, alles strebt dem Ideal nach, während die Wirklichkeit stets unrein ist. Das Vollkommene kann man nur bewundern, das Unvollkommene muss man erst verstehen lernen, und dann kann es Gegenstand unserer Liebe werden.“  (Zitat aus dem Roman „Rot“ von Uwe Timm)

Warum denke ich an Uwe Timm? Warum denke ich an seinen wunderbaren Roman „Rot“,wenn ich diese Bilder betrachte – Ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich habe nur eine Vermutung: Es berührt mich, geht mir nahe, begleitet mich seit Jahren. – So wie die junge Frau auf diesen Fotos.  Es ist diese ewig junge Geschichte vom Sein und dem Werden. Die Portion  Magie und Zauber im Leben. Alles fließt. Und das Wissen darum tut gut.

Me, myself, I

Me myself I -2-

Der Fotograf und sein Motiv: Auseinandersetzung, Kampf, Freude, Kommunikation, Miteinander, Streit, Harmonie und noch so einiges mehr. Sie sind verschieden und doch eins. Im Ergebnis, dem fertigen Bild findet sich immer ein Stück „Ich“.

Fotografieren heißt daher auch immer, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, mit sich ringen, sich zu verändern, Das geht auch mal in Bereiche, wo es weh tun kann. Wer die Auseinandersetzung meidet, wird immer nur knipsen.

ME    MEYSELF      I

I sit here by myself
And you know I love it
You know I don’t want someone
To come pay a visit

I wanna be by myself
I came in this world alone
Me myself I

I wanna go to China
And to see Japan
I’d like to sail the oceans
Before the seas run dry

I wanna go by myself
I’ve just room enough for one
Me myself I

I wanna be a big shot
And have ninety cars
I wanna have a boyfriend
And a girl for laughs

But only on Saturdays
Six days to be alone
With just me myself I
Me myself and I
Just me myself I

Don’t wanna be the bad guy
Don’t wanna make a soul cry

It’s not that I love myself
I just don’t want company
Except me myself I
Me myself and I
Just me myself I

I sit here by myself
And you know I love it
You know I don’t want someone
To come pay a visit

I wanna be by myself
I came in this world alone
Me myself I
Me myself I, me myself and I
Just me myself I

(Joan Armatrading)

 

Fünf Freunde und ein Paar

Ihr erinnert Euch vielleicht an meinen Beitrag aus dem August des letzten Jahres?  Coole Truppe, warmer Nachmittag.

Nun waren wir wieder unterwegs. Dieses Mal in Uelzen. Weltstadt mit Charakter 🙂 Nee, echt. Sogar Sir Elton John hat an diesem Nagelfleck auf der Landkarte schon gespielt. Was liegt da näher, genau dort auch andere Helden abzulichten?

Hauptdarsteller: The Dude with his fellow


Na, und was soll ich sagen? Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus:

Wir sehen uns wieder! Ich freu mich drauf!

Come on Aileen

Es ist warm, die Sonne zeichnet wunderbare Spuren in die Gassen und auf die Fassaden. Das Licht zaubert ein Lachen auf die Gesichter der Menschen.

Ein paar Portraits: spontan, im Vorbeigehen. Aus der Laune heraus. Es ist die Freude  am Tun und am Leben

Come on Aileen, danke für diese schönen Momente.

Love Lisbon – ein letzter Blick zurück

Morgens um sechs den bergauf-bergab-Marsch durch die noch leeren Gassen der Stadt starten. Dem Verlauf von Licht und Schatten in den winklingen Straßen folgen. Die frische Luft auf der Haut spüren. Einen „Galao“ an der Theke einer kleinen Pastelaria trinken. Mit fremden Menschen über die Frage (händeringend) diskutieren, ob  man nun Fan von Benfica oder Sporting Lissabon sein muss.

Lissabon – das war stark!

Love Lisbon -146

Mehr vom Sound dieser Stadt – Lissabon

Lissabon Tanz -074

Ja, der Fado….

…doch nicht nur er bestimmt den Rhythmus dieser Stadt: Wer sich darin bewegt spürt mehr: Straßenmusiker , die den Blues und Jazz beherrschen, südamerikanische Samba- und Rumbaklänge aus Musikanlagen, zu denen am Samstagabend in der Öffentlichkeit getanzt wird, prägen das Bild dieser Stadt genauso und geben Zeugnis von der großen Vergangenheit dieses Landes.

Wer genau hinhört, kann auch in diesem Sound die Sehnsucht nach dem Meer und der weiten Welt erkennen. Viele Völker haben das Bild dieser Stadt mitgeprägt und verleihen ihr bis heute ein wunderbar melancholisches Flair.