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Abziehbilder

Ein Jahr schon. Das ist mal `ne Nummer. Hätte es mir jemand gesagt, ich hätte ihn ausgelacht. Worte, die vor einem Jahr niemand kannte, sind nun alltäglicher Sprachgebrauch: Inzidenzen, Lockdown, R-Wert, Infektionsrate. Waren wir “früher” alle Fußball-Bundestrainer (wen interessiert heute schon noch diese Kickerelite?) , haben wir den Wandel zu einem Volk voller Virologen und Epidemiologen vollzogen: Und klar: jeder von uns wüsse einen anderen in den Angriff stellen. Logisch. Ahnungsloser Größenwahn der – echt jetzt – nervt.

Uns ist langweilig. Aber seien wir ehrlich: Das war auch “vorher” so: Da merkte man es nur nicht. Da waren wir beschäftigt: Arbeiten, kaufen, reisen. Mitunter hatte auch das nichts mit uns zu tun. Aber wir waren abgelenkt. Und nun?

Wir schreien nach Freiheit und spüren die “Zwangsimpfung” im Nacken. Immer noch kein Kino, kein Restaurant, kein Club. Und Fotografen fehlen die Motive: Auch ihnen ist langweilig. Es fehlt die Ablenkung, der Reiz, die Motivation. Zur Bewegung unfähig, verharren sie im Loch und scharren mit den Hufen.

Aber nur weil es still ist, muss es nicht ruhig sein.

Die Auseinandersetzung mit uns selbst wäre ein Weg. Vielleicht ein neuer Weg….. Eben nicht nur Abziehbilder (von sich selbst), sondern Originale zu erschaffen.

Auf dann: Gehen wir es an.

3 Kommentare

  1. Hach, ein schöner Beitrag, danke dir 😋👍 und dein Hund schaut, als ob er es schon immer gewusst hätte 😸

  2. Tja, man sieht aber, du langweilst dich nicht! Auch fotografisch nicht…
    Dieser Beitrag hat mich zum Schmunzeln gebracht. Ich überlege nämlich gerade, was ich als “Lockdown Foto” Beitrag zu einer Fotogruppe schicken könnte, bei der ich dabei bin. Deines wären super Beiträge, aber man will ja nicht kopieren!

    Liebe Grüße aus Wien, Karin

  3. Zeit etwas zu an sich zu ändern, wenn man diese Gefühle hat! In sich gehen, das stimmt! Das Wort Langeweile ist mir absolut fremd. Für Muße muss ich mir täglich Zeit einräumen. Und wem als Fotograf*in die Motive ausgehen, sollte mal versuchen, vertrautes mit anderen Augen zu sehen. Das erweitert ungemein den Blickwinkel. 😉
    Natürlich vermisse ich auch das Reisen, andere Eindrücke, mal wieder total unbeschwert sein und kein C-Wort im Hinterkopf. Doch anscheinend habe ich den extremen Vorteil mir häufig selber genug zu sein und viele Dinge (noch) tun zu können, die „coronafrei“ sind.
    Dennoch ist diese Pandemie extrem schlimm, v.a. auch für Jugendliche und andere Gruppen ohne Rückhalt.

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