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Der Sommer und der Zufall

Erinnert Ihr Euch?

Erinnert Ihr Euch an Sommertage in Eurer Kindheit?

Lange Tage, warme Tage, wolkenlose Tage. Tage, an denen es ein Vergnügen war, abends beim Dunkelwerden ins Bett zu fallen, weil man doch so müde ist?

Tage mit Wassereis und Swimmingpool am Balkon oder hinterm Haus? Tage im Sandkasten, mit Räuber und Gendarm. Tage mit dem Rad und, na klar, Tage mit kaputten Knien und verschrammten Schienbeinen.

Leben, Zufall, Sommer, Sonne, gute Laune  

Die Welt gehörte uns. Ohne den geringsten Plan überließen wir die Tage dem Zufall. Raus vor die Tür! Irgendjemand wird schon da sein. Und tatsächlich war immer irgendjemand da. 

Auch später, die ersten Reisen im eigenen Auto. Ohne Klimaanlage und Navi. Lästiges Suchen der Route im Auto-Atlas. Fragen an Tankstellen, wenn man sich verfahren hatte. Klopfendes Herz, wenn man nicht genau einzuschätzen vermochte, ob die Sprachkenntnisse ausreichten. War man dann endlich -viel zu spät – angekommen, wo man hin wollte, begann das Studieren der Falk-Karten (wer weiß schon noch, wie öde das Falten des Kartenwerks war?).

Und immer war der Zufall im Handgepäck und brachte seine Ideen mit. 

Karten sind passé, das Navi lotst uns sicher im Auto durch die wildesten Gegenden in jedem Absurdistan dieser Welt und Google Maps zeigt uns jederzeit wo wir gerade sind, was wir dort unbedingt sehen sollten und fragt uns auch gleich nach unserer Meinung zu diesem Ort.

Das ist  herrlich algorithmisch  und wunderbar aalglatt (smart) und stylish. Zeitgeistig eben.

Unser Leben selbst ist das alles nicht. Unser Leben ist geprägt von Höhen, Tiefen, Ups and Downs, Freude, Schmerzen etc. pp… as you sureley know. Unser Leben ist kein lifeststyle-Instagram-Post, sondern eine wilde und kurvenreiche Fahrt, in der wir nicht selten auch mal in Ecken schauen müssen, in denen viel Mist liegt.

Zufälle lehren uns den Umgang mit wilden und kurvenreichen Fahrten. Sie sind nicht selten das Salz in dieser Suppe. Gebt dem Zufall mal wieder ein wenig mehr Raum. Eine wilde Fahrt kann so belebend sein. 

So,und nun gehe ich raus und spiele. Ich wünsche Euch allen einen Sommer meiner Kindheit!

PS: Ein Dankeschön an die beiden Helden meines Fotos. Danke, für diesen sonnigen, kulinarischen und lustigen Nachmittag und Abend.   

5 Kommentare

  1. Frank A.

    Lieber Freund,
    danke!
    Du hast es mal wieder geschafft mit nur wenigen Sätzen eine Flut von Erinnerungen und Emotionen bei mir auszubuddeln.
    Und jetzt hinaus in den Sommer und zu den analogen Begegnungen wie unsere vergangene Woche…
    Auf bald,
    Frank.

  2. HF

    Ja, die Falk-Karten mit dem patentierten Faltsystem – das waren noch Anforderungen an Geist und Mechanik des Menschen. Was ist dagegen das Wischen und Touchen auf der Glasscheibe – wir entwickeln uns zurück, obwohl wir älter werden.
    Genießen wir die analoge Welt, solange das noch geht; ich habe mir erst letztens eine faltbare Landkarte gekauft und bevor es los geht, entfalte ich sie und entwickle eine Vorstellung des Weges und möglicher Abschweifungen. In diesem Sinne – raus ins Freie!
    Viele Grüße, Werner und ein sonniges Wochenende ohne Unwetter!
    HF

    • AlleAugenblicke

      Hallo Hans,

      ich sehe: Wir sind uns nicht ganz unähnlich 🙂 – Und das freut mich! Dir eine gute Woche!
      Lg,
      Werner

  3. Danke für diesen wunderbaren Beitrag. Gerade in diesem Jahr muss ich oft an die unbeschwerten Kindheitstage und vor allem die Sommer in der Kindheit zurück denken … Manchmal wünsche ich mir diese Zeit zurück, in der wir nur in den Tag hinein lebten, einfach den Sommer genießen konnten, uns um nichts sorgen mussten – und das alles komplett analog.
    Nunja, über den Sommer können wir uns dieses Jahr jedenfalls nicht beschweren und jedes Alter hat seine schönen Seiten 😉
    LG, Netty

    • AlleAugenblicke

      Ja mir ergeht es auch so. Der Zauber der vergangenen Tage begleitet mich auch oft. Aber genießen wir das Hier und Jetzt und diese wunderbar warmen Tage!
      Lg,
      Werner

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