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Sommerstill

Die Welt ist trocken da draußen. Und heiß. Sehr trocken und bisweilen sehr heiß. Da wo ich lebe, hat es seit Wochen nicht geregnet (abgesehen von einigen Tropfen als Ausläufer eines Gewitters).

Die Freude an Tagen mit blauem Himmel und langen Nachmittagen im Freibad aus Kindertagen ist längst vorbei. Stattdessen schaue ich mit Sorge in verdorrte Landschaften, vertrockneten Jungwuchs im Wald und ausgetrocknete Flussbetten.

Mit der Hitze einher geht eine Stille. Aber auch diese Stille hat nichts mit der Stille früherer Sommer zu tun: Da war es „sommerstill“. Menschen waren im Urlaub, andere schwitzten im Garten und genossen die Abende auf ihren Balkonen und Terrassen. Die Hitze des Sommers war eine Pause von der Hektik des restlichen Jahres.  

Die Stille des jetzigen Sommers ist anders. Ich fühle sie anders. Es ist ein stilles Hineinhorchen, in das was kommen mag. Eine Stille der Unwägbarkeiten. Es ist, als machten die Menschen noch all die Dinge, von denen sie nicht wissen, wie lange sie noch möglich sind. Es ist eine Zeit des stillen Wartens und auch der stillen Hilfslosigkeit.

Was will man auch tun?  Ein paar Vorschläge:

  • Vielleicht den Wandel nicht mehr „Krise“, sondern „Katastrophe“ nennen. Dabei ehrlich bleiben.   
  • Die Lumpen in der Welt tatsächlich so nennen und ihnen weniger Raum geben
  • Den „fakes“ und „Leugnern“ nicht auf den Leim gehen.
  • Weniger Konsum, stattdessen mehr Herz
  • Mensch sein und menschlich bleiben

Und:

Den Versuch wagen, den Sommer trotz allem zu genießen.

PS: Die Fotos dieses Beitrags sind – wie unschwer zu erkennen – in der Toskana entstanden.

4 Kommentare

  1. Ola

    Perfekte Fotos und ein und ein Text der nicht nur dir aus dem Herzen spricht.

  2. „Es ist, als machten die Menschen noch all die Dinge, von denen sie nicht wissen, wie lange sie noch möglich sind. Es ist eine Zeit des stillen Wartens und auch der stillen Hilfslosigkeit.“
    Sehr treffend formuliert, diese Art Endzeitstimmung beschleicht mich ebenfalls manchmal.
    Und gerade diese kleinen und an sich einfachen Dinge von Ehrlichkeit, Konsequenz, und Verzicht fallen so schwer…

  3. Und wieder einmal treffen deine Worte auf ganz viel Resonanz in meinen Empfindungen …

  4. Ich fühle und denke genauso, konnte es nur nie so gut in Worte fassen. Herzlichen Dank und liebe Grüße aus dem heißen und trockenen Wendland.

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