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Schwebende Zeiten

Wir Menschen, wir lieben Zeitlosigkeit. „Zwischen den Jahren“ ist so eine Zeit: Es gibt keine Wochentage, keinen Wochenbeginn und auch kein -ende. Wir fühlen und wühlen uns in die Zeit hinein: zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr.

Dann wollen wir nicht an Daten, Termine und Uhrzeiten denken. Und niemand soll uns an die Gewissheit eines Morgens mit Weckerklingeln erinnern. Die Zeit soll schweben. Ganz fest arbeiten wir ein Jahr lang darauf zu, zählen Monate, Wochen und Tage wie im Countdown herunter, nur um am Ende in eine Art „zeitlosen Raum“ zu fallen und endlich nicht mehr zählen zu müssen. Diesen Zustand genießen wir dann „Zwischen den Jahren“. Ruhe, aber nur um dann kraftvoll erneut den Countdown von vorne zu beginnen.

Gerade beginnt dieser Kreislauf von Neuem. Gerade füllen wir wieder Kalender, machen Termine, planen Zeiten: Hoffen auf „Licht und Weite“ ohne Ein- und Beschränkungen, hoffen auf Normalität. Vielleicht aber behalten wir auch ein Stück dieser Zeitlosigkeit: Erlauben uns mehr Muße zwischen Terminen, mehr Ruhe in unserem emsigen Treiben, mehr Raum für „Sein“. Überhaupt: Ein Mehr an schwebenden Zeiten.

Das wünsche ich uns allen!

8 Kommentare

  1. Lieber Werner, du hast es wie immer perfekt ausgedrückt. Schwebende Zeit, das hat schon was. Nun, im vergangenen Jahr waren da wohl mehrere solcher schwebender Zeit-Momente, mehr als in anderen Jahren. Weniger herumgerissen hat es mich jedenfalls von Ort zu Ort, und das war ganz gut so. Wenn es mir auch fehlt, das Reisen, und das Besuchen kultureller Veranstaltungen, auch die erzwungene Ruhe kann gut tun. Ruhig im Kopf ist es aber noch lange nicht geworden. Neue Projekte, neue Ideen…

    • AlleAugenblicke

      Liebe Karin,
      neue Projekte und neue Ideen: Sind sie es nicht, die uns am „Laufen“ halten? Im Kopf darf es gerne auch lauter zugehen.
      Ich wünsche dir für alle deine Vorhaben ein gutes Händchen. WIr lesen uns!
      Bleibe gesund!
      Liebe Grüße,
      Werner

  2. Schwebende Zeit. Es hat sie nicht gegeben dieses Jahr. Zu viel schwebt. Zu viel tickt gleichzeitig laut.

    So ein schönes, leichtes Bild. Ja, ich möchte gerne schweben ohne Termine und Pläne. Tatsächlich schweben wir aber vor allem weiter in der Ungewissheit. Das fühlt sich nicht so frei an, wie es sollte. Zu viel Unsicherheit, zu viel das trotzdem laufen muss. Baustellen, Schriftwechsel, Videokonferenzen. Und zumindest ich habe es nicht geschafft, am Ende des letzten Jahres noch ganz zur Ruhe zu kommen. Selbst heute, im Urlaub, sitze ich nun die zwölfte Stunde an der Arbeit.

    Aber ja, ein schönes Bild. Ich sehne mich nach der zurückzugewinnenden Freiheit und hoffe, dass wir es gesund bis dahin schaffen. Gesund bis zur Impfung, gesund bis zum Sommer, gesund bis zum Urlaub. Es ist nur scheinbar ruhig geworden.

    Liebe Grüße: Steff

    • AlleAugenblicke

      Tatsächlich habe ich diese Zeit als sehr „schwebend“ und ruhig erlebt. Das allerdings lag wohl an meinen ganz persönlichen Umständen (die im öffentlichen Raum nichts zu suchen haben). Doch ich habe es sehr genossen…
      Ich wünsche dir dann vor allem mehr Ruhe und weniger Dinge „die trotzdem laufen müssen“. Und uns allen wünsche ich ein gesundes Jahr und eine Ende aller „social distancing Zustände“
      Bleib gesund!
      Werner

  3. Oh wie der Schneemann grimmig dreinschaut 🙂

    LG Bernhard

    • AlleAugenblicke

      Der Schneemann darf das … 🙂
      Liebe Grüße,
      Werner

  4. schöne bilder und wie immer: auch schöne worte <3

    • AlleAugenblicke

      Danke Paleica!

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