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Du und ich – Wir alle

Etwas hat sich verändert in diesem Land oder meine Wahrnehmung ist eine andere geworden.

Es ist wieder Mode geworden, „deutsch“ zu sein. Nein, ich meine nicht das „Schwarz-Rot-Gold“ bei Länderspielen oder das Mitsingen der Nationalhymne. Ich meine den „guten Deutschen“ mit seiner „Kultur“ und seinen „Werten“, die immer und überall verteidigt werden müssen, den Deutschen, der im Zusammenhang mit Andersartigkeit gerne „ja-aber-Sätze“ formuliert („ich habe ja nichts gegen…. aber….“) und vor Überfremdung warnt. DIeser Deutsche isst  gerne Pizza und Döner und kommt vom rechten Rand her gekrochen. Nun suhlt er sich schon in der bürgerlichen Mitte herum. Dort findet er Zustimmung und Zulauf von all jenen, die sich nicht mehr aufgehoben und gehört fühlen. Und es werden mehr. Am rechten Rand wurde gepöbelt; ,in der Mitte ist der Tonfall gemäßigter, die Quelle des Übels aber ist dieselbe. Und das ist gefährlich. Dieser Deutsche reflektiert nicht, er infomiert sich nicht. Nein, er hat sich eine Meinung geBILDet. Das reicht ihm für sein schlichtes Weltbild.

Ich habe keine Lust auf ein solches Land.

Aber es ist mein Land. Deshalb möchte ich in einer Schwarz/Weiß- Serie in den kommenden Wochen und Monaten Menschen zeigen, die für ein anderes, tolerantes, weltoffenes Deutschland stehen.

Noch hat diese Serie keinen Titel. Vielleicht habt Ihr ja einen? Ach ja, und wer Lust hat, mit seinem eigenen Statement und seinem eigenem Gesicht der Engstirnigkeit und Intoleranz die rote Karte zu zeigen, der kann mich gerne anschreiben. Ich freue mich darüber, wenn dieser Beitrag über die sozialen Medien geteilt wird. Über Feedback zum Thema freue ich mich sowieso.

Hier kann man lesen, wie „Ja-Aber-Sätze“ in der Anonymität des Netzes klingen.

Und diesen Link  empfehle ich zum Weiterlesen.

 

10 Comments

  1. In deinen Worten finde ich meine Gedanken wieder und dein Projekt finde ich großartig! Für ein Morgen im Abendland wäre doch schon mal ein Arbeitstitel – mindestens! Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und Aufmerksamkeit. Es gibt viele, die anders denken und sicher ist es nicht schwer, sie zu mobilisieren. Ich könnte mir vorstellen, dass du damit auch in einer Fußgängerzone oder an anderen öffentlichen Orten, viele Menschen vor die Kamera lockst und sicher auch die Aufmerksamkeit von lokalen Medien auf dein Projekt ziehen kannst. LG, Conny

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Danke, Conny. Ich bin schon jetzt berührt von den Reaktionen. Wahnsinn. Das macht Mut und zeigt, dass wir nicht allein sind.
      So wird das Projekt also „Für ein Morgen im Abendland“ lauten
      Lg,
      Werner

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Hallo Hans,

      danke für diesen Link. Ja, Gott sei Dank sind wir nicht allein!
      Lg Werner

  2. stefanie stefanie

    Ich habe eine alte Geschichte wiedergefunden, vielleicht ist sie zu “ literarisch “ und passt nicht, aber es ist eben eine deutsche Geschichte, die ich immer mehr wahr nehme, egal für welche Menschengruppe sie gemeint sein könnte. Ich finde deine Idee gut. Und hier die Geschichte:

    Einen Nikolaus fürs Christkind

    Es wohnt im Block gegenüber und kam schon im letzten Jahr auf die Welt .
    Christkind kann inzwischen laufen, hat aber keine Schuhe an.
    Als ich ihm neulich im Hinterhof über die Wange streicheln will, entdecke ich die aufgesprungene Haut und seine rauen Hände.
    Es ist zu kalt geworden um es ohne Mütze und ohne Schuhe in einem maroden Plastik-Buggy ohne Decke durch den eisigen Ost-Wind in Berlin-Neukölln zu schieben.

    Christkind heißt Luka und hat schöne braune Augen.
    Maria ist noch jung.
    Sie geht wieder zur Schule, leider ohne Aussicht auf ihren ersehnten Realschul-Abschluss.
    Erst gestern ist sie abgemahnt worden, wegen schlechter Noten.
    Da ist kein Josef an ihrer Seite. Wo der wohl steckt?

    Luka lächelt immer wenn ich ihm zuwinke. Er will sich aber nie auf den Arm nehmen lassen. Das ist gut, denn in unseren Grau-Zonen muss man misstrauisch sein, heißt es.

    Die Weihnachtsgeschichte ist eine Allerweltsgeschichte und spielt sich überall dort ab, wo ein Kind in Armut geboren wird.
    Täglich mehrmals. Da spricht kein Engel: „Fürchte dich nicht !“ , oder doch?

    Es kommen auch keine Weisen aus dem Morgenland mit Weihrauch, Gold und Myrrhe nach Neukölln.
    Weder Mensch, noch Ochs und Esel schenken in unserer Gegend den gleichmäßigen Atem der Geborgenheit.

    So weit ist es gekommen.
    Hat denn keiner die vielen besonderen Sterne am Himmel gesehen?

    Maria hatte Glück, sie fand eine Bleibe und die ist trotz schimmliger Wände gar nicht schlecht. Es zahlt das Amt.

    Luka ist ein liebes Kind. Nur manchmal höre ich ihn bitterlich weinen, wenn sie ihn spät Abends die Treppen heraufzerrt und auf ihn einschimpft, weil Maria endlich „ nach Hause “ will.

    Jetzt hat sie eine leuchtend blaue Lichterkette mit Sternchen ins Fenster gehängt.
    In hektischen Intervallen blinkt es wie eine Warnung in meine Küche hinein.

    Es wird schon gut gehen, denke ich, und kaufe eine Fettcreme und einen Nikolaus fürs Christkind.

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Eine wunderbare Geschichte. Und sie passt. Vielen Dank!
      Lg,
      Werner

  3. Folke Folke

    Schönes Projekt! Kann mich Conny nur anschließen und Dir viel Erfolg wünschen!
    Ich war Heiligabend im Hamburger Michel. Der Pastor thematisierte in seiner Predigt ebenfalls „diese neue Stimmung“ im Land und lenkte die Aufmerksamkeit darauf, dass die christliche Glaubensgeschichte und insbesondere die Jesus‘ eine Flüchtlingsgeschichte ist. Was wäre wohl aus Jesus geworden, hätte er keine Herberge gefunden? Das Fazit der Predigt: Diejenigen, die Weihnachtslieder auf Marktplätzen gegen Ausländer singen, haben nichts, aber auch gar nichts verstanden von dem Glauben, den sie für sich beanspruchen!

    • AlleAugenblicke AlleAugenblicke

      Danke, Folke. Erfolg ist, wenn sich einerseits Menschen daran beteiligen und andererseits, wenn diese kleinen Beiträge von vielen gelesen und ihr Inhalt positiv geteilt werden. Ich lasse mich überraschen.
      Lg,
      Werner

  4. Lieber Werner,
    ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem wunderbaren Projekt!
    LG und einen guten Start ins neue Jahr,
    Netty

  5. Hallo Werner,

    zuerst möchte ich Dir und Deiner Familie, ein gesundes, frohes und tolles neues Jahr wünschen.

    Ein großartiges Projekt! Ich wünsche Dir viel Mut, Ausdauer, Resonanz und Unterstützung, der Erfolg kommt dann von ganz alleine. Wenn ich Dich irgendwie unterstützen kann, lass es mich wissen.

    Liebe Grüße,
    Jörg

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