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Heimat ist ein Gefühl 2 – Das Kreuz mit der Kirche

Nun mache ich…

…also doch schon jetzt einen kurzen Zwischenstopp bei der Kirche auf der Suche nach (m)einem Heimatgefühl. Kirche: anfänglich gefühlt, ein Heimatthema für sehr viel später. Doch offensichtlich drängt sich das was in mein Bewußtsein, was raus will. Na gut: Dann also jetzt.

Ich spreche lieber über Kirche als über Religion. Ich bin alles andere als ein religiöser Mensch. Doch wirklich trennen kann ich beides nicht voneinander (.und meine mit Religion hier das Christentum). Doch ist mir Religion zu wuchtig, zu schwierig und dogmatisch. Religion ist mir bis heute unheimlich (und damit meine ich alle Religionen). Ein Tummelplatz für Heilsbringer, Wortausleger und (viel zu oft) für Unheilsstifter. Wer hat nicht schon alles im Namen einer Religion die „Wahrheit“ über die Menschheit  bringen wollen und doch nur Krieg, Terror und Elend gestiftet? Man muss nicht lange in die Vergangenheit schauen, ein genaues Hinsehen in der Gegenwart reicht bereits.

Kirche ist auch ein Ort. Im Wortsinn.  Ein Ort, der  beim Betreten Bilder auslöst, Gefühle weckt und zum Nachdenken anregt. Große Kirchen (aber nicht nur sie) lassen mich demütig werden. Nicht vor der Religion. Vor allem vor den Leistungen von Menschen. Kirche ist ein Ort meiner Kindheit und Jugend. Familie, Feste, wie Weihnachten und Ostern. – Ein nicht wegzudenkender und wesentlicher  Bestandteil meiner Erinnerungen. Ein Teil meiner Heimat. Und doch auch immer ein Ort kritischer Betrachtungen und Überlegungen. Ein Ort voller Zwänge und Zweifel. Das ist das Kreuz mit der Kirche. Mein Kreuz.

Ist Heimat vielleicht einfach „nur“ ein   Gefühl der Erinnerung an Kindheit und Jugend?

Der Dom zu Köln
Der Dom zu Köln

Fotografieren ist ein guter Weg „Licht ins Dunkel“ zu bringen. Sich Dinge bewußt zu machen, So geht es mir auch wieder mit  der Mystik des Begriffs „Heimat“ : Mit der Fotografie werden Gedanken zu Bildern und Bilder zu Worten.

Bei der Beschäftigung mit diesem vieldeutigen Begriff ist mir  die wunderbare Serie von Stefan Senf ein Kleinod an Entdeckungen geworden. Ich lege sie Euch ans Herz: Er nennt sie liebevoll „Heimatfilm“ . Man findet dort nicht nur anregende Fotos, sondern auch (und vor allem) sehr anregende Gedanken.

2 Kommentare

  1. Wahre Worte und Fotos die dazu passen.

    Liebe Grüße, Gerd

  2. Hi Werner, diese Gedanken über Kirche, Kirchen und Religionen habe ich mir auch schon oft gemacht. Deine abschließende Frage regt einmal mehr zur Auseinandersetzung mit den eigenen Empfindungen und Vorstellungen über den Begriff Heimat an. Ein interessantes Thema.

    LG, Conny

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