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Schlacke voller Leben

Nun, ich lese gerade ein Buch. Eigentlich lese ich immer gerade ein Buch. Doch dieses ist ein Besonderes: „Homeland Elegien“ von Ayad Akhtar.

Speyer im Teillockdown

Darin stieß ich auf folgende Sätze:

… Ich kümmerte mich nicht um die Chronologie und legte großen Wert auf Details. Je lebendiger ein Fragment, ein Geräusch, ein Bild war – und je gründlicher ich es sprachlich verarbeitete – , desto ergiebiger war das Assoziationsfeld, das es erzeugte. Der Prozess war nicht intuitiv; es war, als würde ich die ursprünglichen Sedimentschichten auf einem zutage geförderten Erzklumpen identifizieren. Der Geist erinnerte sich an das Wesentliche und vergaß die Schlacke, doch gerade die enthielt so viel Leben

Ayad Akhtar

Er spricht von seinen Aufzeichnungen in Tagebüchern. Er spricht über das Erinnern.

Und? Gilt das was er sagt, nicht auch für uns, wenn wir uns mit der Kamera in der Hand auf den Weg machen? Ich mag es nicht vertiefen. Es lohnt darüber nachzudenken.

Aber ich möchte es uns allen – am Ende eines denkwürdigen Jahres – ans Herz legen: Das Erinnern. Die Schlacke.

Wir finden darin Wertvolles. Und mit dieser Einsicht sollten wir auch mit der Kamera unterwegs sein.

Ansonsten wiederhole ich einfach meinen Beitrag aus dem Dezember 2019. Sooo viel hat sich nicht geändert.

Habt eine gute Adventszeit!

4 Kommentare

  1. Danke und für dich ebenfalls eine angenehme Adventszeit 🙂 Liebe Grüße, Annette

    • AlleAugenblicke

      Hab du auch eine gute Advents- und Weihnachtszeit, Annette.
      Liebe Grüße,
      Werner

  2. Stefanie

    Eindrucksvolle Bilder. Vor allem das letzte berührt mich, weil diese geschlingerten Reifen-Spuren im Neuschnee oder besser, das hauchdünne Weiß auf schlackigem Boden, Spuren sichtbar werden lässt. Wo führen sie hin? In eine warme Stube? Auf ein weites Feld oder nirgendwo hin? Von dem Buch habe ich noch nicht so viel gehört. Na ja, bei all den Büchern 🙂 Liebe Grüße aus dem Tal

  3. Lieber Werner,

    ich finde das letzte Bild einerseits sehr schön aber auch bedrückend, irgendwie symptomatisch für die aktuelle Lage.

    Ich wünsche Dir noch einen besinnlichen 3. Advent

    LG Bernhard

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