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Die Schuhe meines Vaters

Ein Beitrag ohne #lockdown, #corona #westayathome

#covid-19 ……

Schreiben: so wichtig wie das Fotografieren. Das Fotografieren ist schreiben mit den Augen. Schreiben ist fotografieren mit den Gedanken. Beides bedeutet mitunter der Welt einen Namen zu geben und den Dingen eine Geschichte. Im besten Fall sind Fotos eine eigenständige Erzählung. Und eine gute Geschichte lässt Bilder im Kopf entstehen.

Ich bin in Gedanken weit zurück gereist. An einen Ort meiner Kindheit: Ein Kleinstadt-Bahnhof, ein Triebwagen, Kaugummiautomat, schiefe Fenster und Kopfsteinpflaster. Bilder im Kopf wurden so zu einer Erzählung, die Erzählung wurde zu Fotos.

Wer mag kann sie auf der Folgeseite lesen:

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17 Kommentare

  1. Hallo Werner,
    es kommt das Alter, in dem man “Jugendweh” oder auch “Kinderweh” hat? Kenne ich und genieße es, zurückträumen, im sanften Licht der Nostalgie. um daraus Kraft für die Gegenwart zu hohlen. Schön auch “Frisch gewienert” – lange nicht gehört oder gelesen. Wissen heute noch alle, was “wienern” bedeutet?
    Sonnige Grüße in den Kraichgau,
    JoFer

    • AlleAugenblicke

      Vielleicht ist es ein verklärter Blick zurück. Aber es ist das eigene Leben; man fängt wahrscheinlich irgendwann automatisch an, die Dinge zu sortieren und zu benennen.
      Liebe Grüße,
      Werner

  2. Schöne Erinnerung. Was mir neulich auf MEINEM Kindheitsbahnhof bewusst wurde: Im Fußboden war noch zu erkennen, wo früher die Sperre mitten in der Bahnhofshalle war.Da musste man bei Abfahrt und Ankunft nochmal die Fahrkarte vorzeigen. Bei Ankunft konnte man sie gleich bei dem Bahner lassen aber Kinder wurden noch gefragt: “Oder willste noch damit spielen?“ Dann durfte man sogar noch die von Muttern und Oma behalten.
    Als mir das neulich wieder einfiel, fehlte mir die Erinnerung, wann diese Sperre abgeschafft wurde… oid wuan sammor.

    • AlleAugenblicke

      Genau diese kleinen Erinnerungen sind es: Gedankensplitter verbunden mit Bildern, die solche Geschichten auslösen… Ja, das hat wohl was mit dem Alter zu tun. 🙂
      Liebe Grüße,
      Werner

  3. Werner, das war schön. Es ist ein fremdes Leben aber man kann es in den Sätzen wirklich spüren. Ich hab vor einiger Zeit (es sind Jahre) begonnen, lose Erinnerungen aufzuschreiben, auch Geschichten, die sonst keiner mehr erzählen kann. Leider stockt das Schreiben immer wieder. Dein Text führt mir wieder vor Augen, dass ich damit unbedingt weiter machen möchte. Danke!

    Bleib bitte gesund!

    Stefan

    • AlleAugenblicke

      Stefan, bleib dran… Das Schreiben tut gut. Es hilft der Erinnerung auf die Sprünge.
      Bleibt Ihr auch gesund!
      Werner

  4. schön, dich in diese erinnerung zu begleiten!

    • AlleAugenblicke

      Danke fürs Begleiten, Paleica (und das tust du schon so lange!)
      Liebe Grüße und bleib gesund.
      Werner

  5. Oh, ja, eine Geschichte, die in uns allen lebt! Ich kenne diese Zustände nur zu gut. In meinem Fall hängt alles zusammen mit dem Hut meines Dad´s, und mit dem Geruch in seiner Werkstatt. Aber bei aller Wehmut werde ich den Verdacht nicht los, das im vordergründigen Herbeisehnen dieser Dinge doch viel mehr das eigene Loslassen steckt. Mal wieder. Wir stecken mitten im Prozess, Werner 😉

    Den Segen, diese Dinge aufzuschreiben, werden unsere Kinder erkennen. Meine Eltern und Vorfahren haben nie was aufgeschrieben. In jungen Jahren fragt man einfach auch viel zu wenig, und die Älteren erzählen nicht einfach so. Ich sitze heute daher mit einigen wichtigen Fragen, die vor meiner Erinnerung liegen, und es ist niemand mehr da, der sie mir beatworten kann.

    Danke dir für den Erzähl- & Schreibimpuls, und die wunderbaren Fotos!

    Herzlich, Dirk

    • AlleAugenblicke

      Wir stecken im Prozess… wie recht Du hast, Dirk! Danke für deine lieben Worte. So machen wir beide weiter, Erinnerungen zu produzieren für die, die uns folgen.
      Grüße von Herzen,
      Werner

  6. Conny

    Ein gut geschriebener Text mit einer schönen, offenbar nachhaltigen Erinnerung. Wie schön, dass du das so erleben durftest. Mich stimmt das traurig, denn wenn ich an die Schritte meines Vaters denke, konnte ich an ihnen schon in meinen jüngsten Jahren erkennen, wie alkoholisiert er war, das hörte ich daran, wie er die Treppe zu unserer Wohnung nahm. Und ich wusste sehr früh, wann Gefahr drohte. Und meine Mutter und wir Geschwister uns in Sicherheit bringen mussten. Was kann die Kindheit für ein Mist für das Leben sein…… .

    Liebe Grüße

    Conny

    • AlleAugenblicke

      Erinnerungen dieser Art tun mir leid. Ich wünsche jedem Menschen eine wunderbare Kindheit. Das ist -ich weiß – ein Wunschtraum.
      Gute und schlechte Erinnerungen aus unserer Kindheit begleiten uns das ganze Leben. Das ist mitunter -wie in deinem Fall – traurig.
      Liebe Grüße,
      Werner

  7. Stefanie

    Ich hab’s da oft mit Erinnerungsgerüchen ….Himbeergerüche oder der Duft von Brombeeren, die wir eimerweise aus dem Wald holten. Gerüche und Himbeeren und diese Bienensummende Stille trugen wir nach Hause und zerkratzte Unterarme, aber auch diesen Stolz, weil mein kleines, rosa Eimerchen richtig gut voll war. Oder der kristallene Duft einer Quelle, später dann, als ich schon allein im Wald spielen durfte. Da waren auch andere Zaubersachen, Mini-Elfen und Farben-Feen und sowas. Ehrlich, ich hab sie gesehen 🙂 Lieben Dank Werner und Gruß aus dem Wald von Stefanie

  8. Ich danke Ihnen für Ihre Geschichte. Ich habe sie gerne gelesen. Ich mag erinnerte Kindergeschichten, die so schlicht daherkommen, dass man die beim Lesen entstehenden eigenen inneren Bilder fast mit den Händen greifen kann.

    Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag,
    Herr Ärmel

    • AlleAugenblicke

      Vielen Dank, Herr Ärmel. Das freut mich wirklich sehr!
      Ich wünsche Ihnen auch einen wunderbaren Tag!

      Herzliche Grüße,
      Werner

  9. Ich mag das s/w Foto sehr gern! Schön eingefangen!
    Und wirklich schöne Worte, die du dazu gefunden hast.

    • AlleAugenblicke

      Vielen Dank. Das freut mich sehr!

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